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Mittwoch, 22. Juli 2015

BIKE TRansalp 4. Etappe: Platz 4

Fakten: 90km / 2540 HM
Sillian-Alleghe
Fahrzeit: 5:13 Stunden


Diese Etappe war abwechslungsreich, voller schöner, langer, flowiger, Trails, die jedem Mountainbiker Freude bereiten. Ich fand es äußerst kurzweilig.

Start wieder um 9 Uhr in Sillian. Sonne. Kein Unterhemd ;) und auch die Regenjacke sollte daheim bleiben. Dafür eine extra Flasche im Trikot.


Solche Sonnenaufgänge erleichtern das frühe Aufstehen an Tag 5.

Es ging gemächlich neutralisiert auf einem Radweg entlang. Leider war das Führungsmotorrad etwas sehr langsam, so dass wir an der ersten Rampe alle laufen mussten. Ich keuchte. Bin Radfahrer, kein Läufer :) Danach ein erster kleinerer Anstieg im Wald. Wir fuhren unser Tempo. Die Abfahrt fand ich nett, es ging auf einem Wanderweg wellig bergab. Ich hatte Spaß.

Danach wieder bergauf und dann ne ganze Weile auf Straße oder Radweg wellig aber immer leicht ansteigend. Wir hatte eine gute Gruppe, nicht zu schnell, doch dann kamen zwei schnellere von hinten und es wurde mega angezogen. Ich hasse das unrythmische Fahren, es kostet einfach viel zu viel Energie. Dann bis zur Verpflegung wieder alleine weiter.

Abends beim Essen.

Die Strecke war ganz schön gefährlich, denn überall waren Ausflügler unterwegs. Die Abfahrt war ebenso schnell und es ging zwei Mal durch Tunnel, in einem konnte man trotz Licht kaum erkennen, ob jemand entgegen kam. Wir ließen die Gruppe ziehen und fuhren zu Zweit weiter. Dann der große Anstieg. Es ging auf einer Straße den Berg hoch, mitten im Stadtverkehr. Irgendwie komisch so Rennen zu fahren aber so ist das hier wohl. Bald ging es rechts weg über ein paar steile Schotterrampen. Dann wieder Straße. Es regnete jetzt in Strömen aber wir waren froh um die Erfrischung und die Italiener feuerten uns selbst aus den Autos an.

Der Regen hörte auch bald wieder auf und die Sonne kam raus. Die letzten paar hundert Meter waren auf grobem Schotter. Teilweise richtig steil. Schieben war für mich und meinen von gestern in Mitleidenschaft gezogenen Rücken der Tod, also versuchte ich was ging zu fahren und wurde teilweise euphorisch angefeuert. Ein Fotograf schrie wie verrückt, ich dachte, ich wäre bei der TDF! (Simon Geschke – Gratulation!!) Ich war wieder in den Dolomiten und feierte innerlich dieses grandiose, mächtige, beeindruckende Panorama. Oben auf dem Gipfel hätte ich mich gerne für einen Kaffee hingesetzt und genossen aber dafür war keine Zeit.

Dieses Bild kam dabei raus als mich der Fotograd anfeuerte. Hier sieht es so flach aus aber war es nicht…

Auf einem sehr schmalen Geröllweg ging es am Hang entlang. Ist ja was für mich mit meiner Abgrundangst. Ich musste am Anfang schieben aber fuhr, sobald ich mich sicherer fühlte. Der Rest war einfach nur traumhaft. Bester Trail  bislang. Da konnte ich es richtig laufen lassen, nachdem ich zwei langsame Fahrer überholt hatte und half ein paar Fahrern mit meinem Schlauch. Kenda Reifen gehen ja irgendwie nicht kaputt :). Es machte wahnsinnig Spaß. Ab nach Alleghe, Italien. Im Ziel wieder Platz 4 mit 5 Min Rückstand auf 3. Erst zum Stand, das Rad abgeben, dann zum Eiweißmann und nen Hirsebrei hinterher. Und ein Radler heute. Das musste sein…

Und jetzt sitze ich in einem Hotelrestaurant, weil ich keine Lust auf Pasta Party oder Siegerehrung hatte und die Chinesen am Tisch nebenan freuen sich wie kleine Kinder über ihr Weißbier :). Gleich kommen Anni & Co von der Siegerehrung und leisten mir Gesellschaft.

Danke Geri und Vladi für den 1a Bikesupport. Bislang Pannenfrei. Seid einfach die Besten!

Dienstag, 21. Juli 2015

BIKE Transalp 3. Etappe: Platz 4

Fakten: 118 km, 3600 HM inklusive 6 Kilometer Tragepassage

Der Tag hat schon früh angefangen. 5:15 Uhr Frühstück!
Ich wusste im Vorfeld, dass das heute schwer werden würde aber das war noch mal ne ganz andere Nummer. Mein längsten Rennen überhaupt. Premiere ;)

7:30 Stunden war ich heute laut Datasport unterwegs und ich kann noch lachen, bzw. wieder....

Start war heute schon um 8 Uhr. Unterhemd oder keins wie die letzten Tage? Hmmm, die Etappe ging ja auf 2400 Meter und Regen war auch vorhergesagt, also doch Unterhemd. Nachher hätte ich mir gewünscht, ich hätte es nicht angezogen...

Anders als die letzten Tage war der neutrale Start gechillt aber gleich nach ein paar Metern ging es leicht bergauf und es wurde wieder Tempo gemacht. Überpacen wollte ich nicht, denn 1500 Höhenmeter am Stück warteten auf uns. Wir fuhren ein gleichmässiges Tempo und konnten ein Mädelsteam distanzieren und lagen wieder auf der 4. Position. Schon nach ein paar Kehren hatte man einen wunderschönen Ausblick auf das Tal und sah Mittersill in der Ferne. Kühe standen an oder auf der Strecke. Eigentlich sehr idyllisch wenn es ne Radtour gewesen wäre aber Rennmodus ist anders. Da steigt Nebel von den Teilnehmern auf und überall tropft der Schweiß herunter, alle schreien nach Wasser oder keuchen unter der Anstrengung. Dennoch genoss ich ein wenig die Aussicht.

Schönstes Wetter beim Start in Mittersill. Lohnt sich da mal hinzufahren…


Irgendwann sah man dann weiter oben die Radler im Gänsemarsch laufen. Es war also soweit. Der härteste Teil sollte beginnen. Für mich zumindest der härteste. Wir hatten im Vorfeld überlegt, ob wir Schuhe einpacken sollten aber keiner von uns wollte mit Rucksack fahren, also doch gelassen. Erst auf Kuhpfaden mit etlichen Steinen schieben und wieder ein Stückchen fahren, dann ne Wiese runtergepoltert und sogleich wieder bergauf. Das Rad wurde schwer und mein Rücken tat weh aber aufrecht gehen war auch nicht möglich. Nach gefühlter Ewigkeit und sau steilen Tragestücken bergauf durch Geröll, Gletscherbäche und über Schneefelder mit Spalten konnte ich nicht mehr. Ich war so am Limit. Das Rad tragen ging kaum noch und ich hatte aufgehört zu zählen, wie oft das Pedal in die Haxen knallte, wenn das Rad über die Steine hoppelte. Es fühlte sich an als hätte ich Tonnen auf dem Rücken, wenn ich versuchte es die Stufen hochzutragen. Und nach jedem Geröllberg folgte der nächste.

Am Ende war mein Körper auf Autopilot, ich hatte eine Position gefunden, in der ich einfach verharrte, den Lenker rechts in der Hand und links habe ich die Kettenstrebe gehalten und dann rechts links, rechts links den Berg hoch. Der Sattel tockte ständig auf den Helm aber war mir auch egal. Dann das Gipfelkreuz. Geschafft. Nicht ganz ;). Oben Anni und Betty. Ich machte mir Sorgen, sie sagten aber es sei alles ok. Danach musste man ein Stück runter tragen, schieben, klettern. Wieder durch Wasser hindurch. Die Abfahrt danach auch geröllastig. Beine und Arme konnten sich nicht erholen.

Unten hatten wir halt immernoch 90 Kilometer zu fahren. Wie krass eigentlich. Nach so ner Tortour wäre ein Ziel auch nett gewesen aber wir sind hier ja nicht beim Kaffeeklatsch, sondern bei der BIKE TRansalp. Also hart, härter, am härtesten.

Jedenfalls passierte in dem Gruppengebolze dann ein heftiger Sturz, als ein Mädel einen Poller mitten im Weg übersah und quer durch die Luft flog. Ihr Freund schrie wie verrückt. Zum Glück nur Gehirnerschütterung. Ich war danach fertig mit der Welt, mir war zum Heulen und ich wollte auch nicht mehr diese anstrengende Gruppenraserei mitmachen. Wir fuhren also zu Zweit weiter. Und weiter und weiter.... Ich feierte die 50 km und dann die 44,4 auf meinem Tacho, der die Strecke rückwärts zählte. Es wurde aber nur langsam weniger. Dann noch ein Berg. Kein Trinken mehr. Noch ein Trail, noch ein Berg und immer so weiter. Und dann knallte die Sonne. Kein Erbarmen. Ich kämpfte. Ich hatte Durst. Ich hab geflucht, gejammert und bin einfach weiter und weiter. Anni und Betty kamen an uns vorbei. Flaschen am Brunnen aufgefüllt oder von Zuschauern was bekommen oder toMotion oder andere Teams. Danke an alle, die mir was gegeben haben!

15 Km vorm Ziel dann noch mal ne Situation, die richtig gefährlich war und echt bös ins Auge hätte gehen können. Zum Glück aber alles noch mal glimpflich ausgegangen. Auf einmal fuhr ein Sprinter aus einer Einfahrt. Er hätte uns sehen müssen, wenn er geschaut hätte. Naima musste ausweichen und fuhr in mein Rad. Ihr Lenker verklemmte zwischen Hinterreifen und Rahmen und sie flog unsanft auf die Straße. Zum Glück waren wir nicht schnell, weil es bergauf ging und ich konnte bremsen. Ihre Bremse schleifte danach und alles war verdreht. So gefährlich an den nicht gesperrten Straßen.... muss doch nicht sein.

Solche Tage werden im Gedächnis bleiben. Sind irgendwie auch besonders trotz oder vielleicht gerade wegen der Härte und dem seltsam gedanklich ruhigen Kopf, wenn man an sein Limit kommt. Eben kam eine im Hotel an, die 10 Stunden unterwegs war. Mit Gewitter vorhin. Schon manchmal unwirklich, was unser Körper imstande ist zu leisten. Jetzt ausruhen. Morgen geht es weiter…

Eigentlich hatte ich schieben daheim geübt aber das heute war ne ganz andere Nummer.
Montag, 20. Juli 2015

BIKE Transalp – 2. Etappe: Platz 4

Fakten: 64 km / 2400 Hm

Nur 2 Minute Rückstand auf Platz 3 ist die richtige Richtung! Und Halleluja, ich hatte wieder einen funktionierenden Körper ;)

Ganz so früh war ich gestern nicht im Bett aber dennoch besser als an Tag 1. Ich hatte jetzt endlich meine Tasche und mein Zeug und fühlte mich sogleich wohler. Es wurde spät, weil die in der Pizzaria den Salat erst anpflanzen mussten und ich dann fast schon panisch nach meinen Ohrstöpseln gesucht habe, die bei dem Autolärm und Dauerregen dringend notwenig waren. Zum Glück fand ich sie. Naima war da schon im Tiefschlaf :)

Im Startblock A1. Neben mir Betty und Anni, die man leider nicht erkennt. Sind wieder starke 2. geworden!

Vom seltsamen Hotel-Shuttle habe ich ja gestern schon geschrieben. Den gab es heute früh gar nicht, wir mussten zu Fuß 1,2 km laufen. Schon bissel seltsam. Gefrühstückt hatte ich diesen Morgen Hirse- und Haferflocken mit geschroteten Leinsamen (am Vorabend eingeweicht) dazu Zimt und jede Menge gepufftes Zeug, wie Amaranth und Quinoa. Ein Stück dunkle Schokolade dazu. Fühlte sich auch besser an als die Marmeladenbrötchen gestern früh.

Bin noch bissel Warmfahren gegangen heute morgen und meine Beine waren okay. Jedenfalls nicht so schlimm wie ich vermutet hätte nach all den Strapazen und Schmerzen gestern. Auch nach dem Start noch alles gut.  Wir kamen aber erstmal nur 400 Meter und standen dann, weil ein Müllwagen die Straße versperrte. Danach ging es neutralisiert weiter auf nicht gesperrter Strecke. Für uns weiter hinten ein Wechsel zwischen Vollgas und Vollbremsung. Verstehe ich ja nicht, wieso man das nicht anders regeln kann ohne all die Autos.

Jentschura-Verpflegung im Ziel sau geil! Quinoa-Hirsebrei mit Wurzelkraut. Dazu ein Basen-Fußbad. TOP!

Danach erster Anstieg. Den kannte ich noch von diversen Bike-Urlauben im Bikehotel Conrad in Saalbach Hinterglemm. 1000 HM auf Schotter. Ich fuhr meinen Rhythmus und hatte auch hier ein gutes Gefühl. Und eine vorher noch nie dagewesene Sache geschah: ich tropfte unaufhörlich vom Helm. Ich, die so gut wie nie schwitzt. Hab mir überlegt, wie viel Flüssigkeit ich wohl verliere und warum mein Kopf mehr schwitzt als alles andere. Ja, solche Gedanken kommen in der Hitze auf :)....

Ich konnte mich verpflegen ohne das es mir den Magen verdrehte und kippte soviel Flüssigkeit rein, wie nur ging. Wann immer wir jemanden mit Flaschen sahen, riefen wir und bekamen fast immer was. Hier ein großes Dankeschön an toMotion und vor allem Texpa Simplon, die uns ihre Flaschen gaben. Sau nett, Danke!

Heute Beinchen in den Pool. Wäre entspannend gewesen wenn mich nicht andauernd Bremsen attackierten.

Nach dem Anstieg zur Asitz-Bahn gab es einen Wurzeltrail, den ich auch schon kannte. Damals wie heute war er rutschig und kaum fahrbar. Wir stecken eh meistens im Stau. Danach gab's die Belohnung in Form der Milka-Line, eine angelegte Freeride-Strecke mit Anliegern und Bumps. Leider hatte ich 5 langsame Fahrer vor mir. Ich überholte zwei in ner Hari-Kiri Aktion und reihte mich dann ein. Doof irgendwie aber hatte trotzdem bissel Spaß.

Danach Saalbach und Hinterglemm. Ich kannte hier jeden Winkel. Hab hier mein erstes Bike, ein Cube 26" geschrottet (Kettenstrebe gebrochen) und bin hier 2012 bei den Amateur Worldgames gestartet und im XC und Marathon damals Vize geworden. Nette Erinnerung daran. Jedenfalls sind wir den Radweg entlang geprescht und danach wieder ein langer Schotteranstieg. Berg Nr. 2 an diesem Tag. Ich fuhr und fuhr und hatte wieder ein gutes Gefühl. Noch ne Flasche + Gel von Texpa und weiter ging es bergauf. Dann irgendwann endete der Schotter auf einer Kuhwiese. Tiefe Kuhpfade wanderten wir bergauf, nicht fahrbar. 180 HM am Stück. Bah, das geht in den Rücken. Ich stapfte durch den Matsch und freute mich wohl zum ersten Mal im Leben über nasse Füsse in Radschuhen.

Oben ging dieser Kuhpfad weiter. Fahren nur abschnittsweise möglich weil man rechts oder links mit dem Pedal aufsetzte oder es mega steinig und verblockt war. Mühsames Unterfangen, das so manchen blauen Fleck verursachte wenn ein Pedal beim Schieben aus Versehen in die Waden rauschte oder man einen ungeplanten Abgang machte, wie Naima. "Naima, alles okay?" "Ja, ich mache nur Burpees zur Abwechslung!! " :-)

Als das vorbei war, ging es bergab auf Schotter und ich lies es laufen. Dank der Strecke auf meinem Garmin sah ich die Kehren und konnte so echt mit Speed fahren. Unten noch 6 km mehr oder weniger flach und die letzten 2 km durch den Ort. Wieder keine gesperrten Straßen. So gefährlich. Ein LKW kam uns entgegen. Man wusste nicht, ob jemand um die Kurve kam. Nicht geil… Im Ziel dann das erfreuliche Ergebnis: Platz 4!

Und wieder regnet es. Vielleicht wird es dadurch endlich ein wenig kühler. Morgen wird nämlich richtig hart 120 km, 3600 HM, inklusive 5! km schieben! Hossa! Das wird lustig!

Absolut empfehlenswert unsere Unterkunft heute: Schiederhof in Mittersill. Super freundliche Familie, ich wurde warmherzg und offen empfangen, sehr zuvorkommend. Wir haben ein riesiges Zimmer und hatten ein wahnsinns Abendessen. Es gab Nachschlag bis auch der letzte ausgehungerte Radfahrer satt war. Kein Extrawunsch blieb unerfüllt. Sowas erlebt man selten. Danke für so viel Gastfreundschaft!

Hab ich schon gesagt, dass ich die Berge liebe?
Für mich bissel Reizstrom mit TDF im Hintergrund. So kann man es aushalten :)

Sonntag, 19. Juli 2015

BIKE Transalp – 1. Etappe: Platz 5

Fakten: 101 km, 2300 HM

Hitze vom Start weg, Trails musste man mit der Lupe suchen aber das Panorama grandios. Seltsam, dass man sich das viel mehr anschaut, wenn es nicht so richtig geht. Bei mir zumindest. Es war hart und ich musste kämpfen, beißen und klemmen. Platz 5 ist ein schönes Ergebnis aber meine Werte waren weit von dem entfernt, was ich leisten kann.

Nach nem harten Tag Beinchen in den See… :)

Ich hatte ja bereits mehrmals in diesem Jahr solche Rennen, wo nichts ging. Keine Ahnung warum. Sind sicher viele Faktoren daran beteiligt: Hitze, emotionaler Stress davor, mit 9 Stunden im Auto (weil Stau) viel zu lange Anreise, Vorbelastung erst spät, allgemeine angespannte Stimmung, Abendessen auch spät, noch später ins Hotel und durch das viel "zu spät" wurde auch das Einschlafen zu spät, bzw. will man das ja dann erzwingen, was schon 5x nicht geht :). Um 5:30 Uhr klingelte der Wecker und gefühlt 0 gepennt. Es ist echt dumm gelaufen.

Also am Samstag früh mit Geri und dem fetten Kenda-Anhänger auf den Weg nach Ruhpolding gemacht. Weit kamen wir nicht ohne Stau und stockenden Verkehr. Irgendwie hatte ich das auch schon ne Woche vorher im Gespür und wäre lieber früher angereist. Es war mühsames Gegurke durch die Urlauber. Um 17:30 Uhr waren wir endlich vor Ort. Startnummer geholt und ab zur Vorbelastung. Ne Stunde musste reichen. Meine Beine fühlten sich trotz allem locker-flockig an, ich hatte ein super Gefühl und war gut gelaunt. Überall bekannte Gesichter, sau cool.

Danach aber allgemeines Chaos, wir waren ja irgendwie in Zeitnot. Naima auch noch nicht da. Die eine Hälfte zum Essen, die andere am Stand, Bikes richten, etc. Ich war nicht geduscht und auch sonst irgendwie planlos. Meine Tasche stand noch im Trailer mit zig anderen Taschen, überall türmte sich irgendwas und ich wollte sie nicht schleppen, also habe ich mich nur für ein paar Sachen entschieden aber später fehlte mir der Rest. Erstmal zum Bahnhof, wo der letzte Shuttle um 21 Uhr abfuhr. Ich saß dann in nem riesen Bus alleine nach Inzell. Seltsamerweise hielt der auch nicht am Hotel, sondern wieder an nem Busbahnhof und so musste ich wieder ewig laufen. Sorry, nicht geil geplant.

Gesäumt von Podiumsplätzen heute: Silke & Sascha auf 1!, Udo und Jan auf 3 Masters. Jetzt noch wir ;)

Am heutigen Renntag zeigte sich in Ruhpolding die Sonne und es war schon morgens sehr warm. Start um 9 Uhr. Stopp & Go über die ersten neutralisierten Kilometer. Da die Straße nicht gesperrt war, waren links immer wieder Autos. Das es da zu keinem Massensturz kam, war schon ein Wunder. Die Straße ist jetzt wohl gestreift von all den Bremsspuren.

Bis KM 19 wollten wir Vollgas fahren, danach dosierter. Es war wie Straßenrennen. Dann von 40 auf 0: Schiebepassage mit stockendem Verkehr. Danach moderat weiter den ersten Anstieg hoch. Ich kriegte schwer Luft. Meine Beine fühlten sich auch nicht so gut an wie am Vortag. Ich musste mehrmals Naima bremsen, die nen super Tag hatte. Als der erste Berg geschafft war und die Abfahrt auf Straße und Schotter schnell und spaßig war, ging es schon bald in den nächsten Anstieg und wieder musste ich reißen lassen.

Meine Watt wurden weniger und weniger, Schwellentempo in weiter Ferne, meine Beine taten weh, mein Kopf überhitzte bei der stehenden Luft, ich konnte kaum was essen, weil es mir immer wieder hochkam. Wie in Willingen oder Murgtal. Nach und nach versagten die Muskeln, Beine, Rücken, Arme. Nur der Kopf dachte unaufhörlich: auch dieser Berg geht vorbei, rechts links, und weiter! Dabei bin ich doch ein Sonnenkind aber scheinbar nur unter 30°Grad. Ich hatte schwer zu kämpfen, der Rucksack nervte aber ich war froh um die 1,5 Liter, die ich zusätzlich hatte. Danke an toMotion für die 3 Flaschen, die ich bekam, große Klasse! Ein Mädelsteam fuhr an mir vorbei und Naima hätte das Tempo locker halten können aber bei mir war schon der Rückwärtsgang drin. Sau doofes Gefühl. Ich schaute mir mehr und mehr die Umgebung an und fand alleine wegen dem Panorama die Strecke toll. Weniger wegen dem Untergrund. 52% Schotter. Bah!
Nur ein kleiner sau rutschiger Trail über paar Steine aber ich konnte den nicht genießen, denn der Typ vor mir flog gleich mehrmals und versperrte den Weg. Zum Glück nichts passiert.

Dann warteten 40 km leicht ansteigendes Gebolze auf uns. Wir hatten auch lange eine Gruppe und ich klemmte wie so ein Klammeraffe, aber ohne Energie war auch hier bald kein Mithalten mehr möglich. Ich sehnte mich nach einem Sprung in den Fluss neben der Strecke und hätte es gemacht, wenn es kein Teamrennen gewesen wäre. Naima wartete und wir stoppten an der letzten Verpflegung. Ich brauchte ne Dusche und glücklicherweise hatten die nen Gartenschlauch und der Typ spritze mir das Wasser auch promt mitten ins Gesicht, so dass erst einmal Schnappatmung angesagt war. Ich habe mir dann am Stand die Stücke Wassermelone so ins Maul gestopft, dass die Typen neben mir lachten. Egal. Danach weiter auf dem Radweg.

30 km vor dem Ziel kam unser Mechaniker Vladi auf dem Rennrad zur mentalen Unterstützung. Das war sau cool, Danke! Er sagte uns vor, was wir machen sollten: dickerer Gang, Arme wie beim Zeitfahren, er lobte und sagte immer wieder, dass das Ziel nah war. 20 km noch. Regen setzte ein. Erlösung für mich. Selten so darüber gefreut aber nur kurz. Jedenfalls ist Naima am Ende satte 30 km mit vollem Speed im Wind gefahren. Mittlerweile hatten wir noch Regina Marunde mit Partner eingesammelt und bolzten die Wege entlang. Sau starke Leistung von der Kleinen heute.

Im Moment regnet es draußen. Das wird mir zugute kommen und ich bin positiv gestimmt. Immerhin Top5 heute. Jetzt aber schnell ins Bett. Danke an das Team für den Bikesupport. Was ein Luxus da absolut nichts machen zu müssen! 
Glückwunsch an alle Sieger, vor allem Anni und Betty für Platz 2 trotz Defekt!

Naima kriegt ne Massage und ich verweile auf dem Boden, während Geri unermütlich Reifen mit Milch füllt.
Freitag, 17. Juli 2015

BIKE Transalp 2015 – und wir mittendrin, statt nur dabei!

Eine Premiere steht in den Startlöchern… die BIKE Transalp 2015!!
Im Team mit Naima Madlen Diesner, meiner Teamkollegin bei Kenda DMC! Ich freu mich und glaube, dass wir super harmonieren und jede Menge Spaß haben!  
 
Auf was ich mich da eingelassen habe, versuche ich derzeit noch zu verdrängen aber die Massen an Gepäck, die sich hier im Wohnzimmer stapeln, lassen Großes vermuten und so ist es auch. Uns erwarten 611 km und 19.000HM! Ufff… ganz schön viel… :)


Das sind die groben Daten der Strecke 2015

Vor ner Woche war ich schon in den Dolomiten und durfte bei einem Shooting für die RoadBIKE reichlich Bergluft schnuppern und freue mich nun umso mehr, wenn es am Sonntag losgeht!
Wir halten euch hier jeden Tag auf dem Laufenden, sofern wir WLAN im Hotel haben. 


Vorbereitung im Schwarzwald: mit Freunden zur Downhill DM, Bikepark Todtnau. Merci Äggy für's Foto:)
 
Sau schön die Dolomiten! Harte Intervalle an diesem Pass – die Form passt!

 
Kleiner Vorgeschmack! So geil sieht es schon am Bildschirm aus!! Foto: Christian Lampe, RoadBIKE


Beim Shooting mal wieder in Pink unterwegs ;) Sunshine-Selfie :D

In den letzten Tage noch jede Menge Soulfood direkt aus Mama's Garten getankt!

Montag, 22. Juni 2015

Ultra Bike Kirchzarten - Platz 1!!

Die Formel war eigentlich ganz einfach: 3,2,2, … 1 :)!

So einfach war es aber nicht ...
Manchmal braucht es Veränderungen, um neue Energie zu schaffen. Also habe ich Pläne geschmiedet und bin die auch sogleich angegangen. Und wenn dann die Positivspirale in Gang gebracht wird, läuft diese fast von selbst. Ausprobieren lohnt sich!

Ohne Worte :)

Jedenfalls war es fast schon schwer meine Lust auf den Ultra Bike (5625 Anmeldungen) zu trüben, auch wenn das Wetter oben in Todtnauberg wirklich nicht das war, was ich mir gewünscht hätte. Ich habe dennoch versucht, was Positives zu sehen und dachte, dass dann wenigstens keine Pollen umherfliegen und ich endlich mal frei atmen kann :).

Bike noch abends fertig gemacht– jo, manchmal wird die Badewanne umfunktioniert :D

Freundin Isabella holte mich um 9:30 Uhr ab. Ich war so happy das wir zusammen dieses kleine Abenteuer angehen wollten. Macht einfach zu Zweit mehr Spaß als alleine. Im Nieselregen ging es hoch zum Schaui und Notschrei bis Todtnauberg. Vom Schauinsland sah man nichts außer einer weißen Wand. Dichter Nebel, 9 Grad und Regen? Och neee. Leute, muss das sein?

Todtnauberg kurz nach 11 Uhr: Nebel, Nieselregen, kalt war's auch. Puh…

Isabella wie immer gut gelaunt und am Strahlen :D

Ich dachte besorgt an meine Freunde auf der Ultrastrecke und war froh, dass ich mich nicht dafür entschieden hatte. Wir zögerten das Warmfahren gekünstelt heraus und überlegten im Auto was wir noch alles anziehen könnten. Endlich mal jemand, der genauso schnell kalte Hände und Füße bekommt wie ich und das voll nachvollziehen kann. Also Windblocker-Socken, Überschuhe, Armlinge und ne Regenjacke zusätzlich. Das musste reichen. 

So sah's aus :). Easy war's nicht.

Irgendwann raus. Ne kleine Runde auf der Strecke. Innerhalb von 15 Minuten waren wir samt Bike völlig vermatscht und nass aber irgendwie gar nicht so kalt mit der Jacke. Ab zum Start. Dort erstmal die Konkurrenz abgecheckt. Echt lustig wie das so abläuft. Susanne Tanner aus der Schweiz (Wheeler IXS) stand da unterm Regenschirm. Sie war so trocken und sauber, dass sie sich wohl auf der Rolle warmgefahren hat. Professionell, dachte ich. Ich mich also komplett vermatscht nebendran gestellt. Hauptsache nicht in die 2. Reihe, Präsenz zeigen! Sie mich auch gemustert.

ab über die Wiese…
  
Punkt 12 Uhr ging es los, gleich mal ne Rampe hoch. Innerhalb von Sekunden waren wir zu Dritt. Es schien zu Beginn als wäre Judith, die Dritte im Bunde, berghoch stärker aber bergab schwächer als wir. Ich begann zu rechnen. Okay, im Downhill nach Todtnau irgendwie abhängen, vorher kämpfen. Sie war allerdings schon früher weg, hatte vielleicht im Startloop überpaced. Wir fuhren zu zweit und natürlich fuhr Susanne bergab wie der Teufel. Das können die Schweizer echt. Sie fuhr echt crazy durch den Matsch. Ich musste 105% fahren um dranzubleiben. Das war mit all der Matsche und zunehmend schlechter Sicht manchmal Hari-Kiri aber ich hatte das Bike unter Kontrolle.

In Todtnau fuhren wir dicht hintereinander in die Verpflegung und es war ein Wunder, dass niemand crashte, denn da war allgemeines Gelager, was wohl am Red Bull Ausschank lag. Der nächste Anstieg nach Aftersteg. Ich überholte Susanne. Sie blieb dran. Auf einem kleinen Gang kurbelte ich mich die Straße hoch. Inzwischen war es trocken und warm, die Sonne kam ab und zu hervor. Meine Wattwerte waren gleichmäßig gut und ich hatte zu keiner Zeit Schmerzen in den Beinen. Sau gutes Gefühl! In Aftersteg waren wir beisammen und fuhren zwischen den vielen Zuschauern die 20% Rampe hoch. Die Stimmung war so cool dort! Danke an alle!!! Oben fuhr sie neben mich: "Ist noch ne Stunde jetzt oder?" Ich: "Hmm, nee, noch ca. 1,5 Stunden." Eine gefühlte Ewigkeit fuhr sie neben mir. Was sollte das heißen? Ich rätselte. Es machte mich verrückt. Zum Glück mussten wir paar Leute überholen und ich sah ihren Lenker nicht mehr neben mir. So fuhr ich mein Tempo und schaute mich einfach nicht mehr um. Hoffte nur, dass sie weg war. Eigentlich voll bescheuert :). Ich fuhr und fuhr und hoffte. Bei jedem, der mich überholte, zuckte ich kurz zusammen und dachte sie wäre es. Puh, nee, kein Neontrikot. Gut. Weiter. Brav aß ich Gel um Gel und kurbelte.

Fight in Aftersteg: Susanne Tanner aus der Schweiz konnte ich etwas später am Berg abhängen.

Irgendwann machte der Weg eine Kehre und ich schaute mich um. Da war keine Frau. Ich fühlte mich aber nicht in Sicherheit, denn ich wusste ja nicht um den Vorsprung und ich wusste wie gut sie bergab fuhr und wie viele Downhill-Kilometer wir noch hatten, also Vollgas weiter. Mittlerweile war die Matsche auf meinem Gesicht angetrocknet und bei jeder Bewegung bröselte was runter. Meine Augen tränten unter dem Dreck.

In Hofsgrund noch mal Freunde, die mich lauthals anfeuerten. Danke! Das Wiesenstück danach war so ewig und so mühsam. Matsche, rutschige Wurzeln oder abschüssige Wiese, langsame Fahrer, die man nicht überholen konnte. Alles dabei. Ich ruckelte über die Wiese und achtete bei den Abfahrten auf die Regenrinnen und die Leute vor mir. Stürzen wollte ich heute echt nicht. Zum Glück hatte ich trotz der Bedingungen kein Kopfkino, also ich schätze der Sturz von letztem Jahr ist echt verarbeitet!

Dirty Rebbi im Ziel
Die Augen voller Matsch :)

Im Kopf hakte ich ab: Hofsgrund, Wiese, Wasserrrinnen, Spitzkehre, noch mal Anstieg, Bauernhof, Straße. Unten dann voll draufgelatscht. Das war mein Sieg und ich wollte den mir nicht mehr nehmen lassen. Ab auf den Campingplatz und dann stand ich im Stau. 10 langsame Fahrer vor mir und kein Weg vorbei. Das war zum Durchdrehen. Ich habe da meinen ganzen Vorsprung verloren. Der Typ vor mir meinte nur trocken: "Da kommste jetzt nicht vorbei!" und machte sich noch breiter. Ich hörte den Stadionsprecher, ich fluchte. Die Holzbrücke rammte ich mit voller Wucht hoch, bei der 2. fast noch eine abgeräumt, danach die Ziellinie. Arme in die Luft. Platz 1!!!! Wie cool! So happy. Endlich!

Stefan Lubowitzki wie immer der erste Gratulant :) Pic: Doris Sommer

Am Ende hatte ich nur noch 16 Sek Vorsprung auf Platz 2. Auf meiner Strecke wurden 89 Frauen gewertet. 2. wurde Susanne Tanner, 3. Judith Wunderle

Endlich den Gesamtsieg eingefahren! Nach Alex Engen (2011) und Nina Wrobel (2012+13)

Der Tag endete mit meiner Clique in der Pizzaria. Wir waren allesamt sehr erfolgreich: Jasmin & Bernd auf der Ultrastrecke auf 1 als Team, Sönke auf 7. Alle, die diese Strecke in Angriff genommen haben können richtig stolz auf sich sein. Das ist eh schon lang aber bei den Bedingungen doppelt schwer. Hut ab!

:-)
Sonntag, 14. Juni 2015

Bikefestival Willingen – Platz 3 Damen

Ist: 53 km, 1500 Hm

Soll: 96 km, 2740 Hm

Nur 4 Mädels kamen an: 121 km, 3540 Hm


Das Bikefestival Willingen 2015 ist Geschichte. Nach ca 4 Stunden war ich wieder daheim und habe mich gefragt, wo ich bei der Hinfahrt rumgeeiert bin. Mein Navi wollte mir wohl bissel die Gegend zeigen, glaube ich. Nett sind die Leute ja und ich wurde mit Sonne empfangen, auch nett. Übrigens hat die sich hartnäckig entgegen aller Vorwarnungen gehalten! Saubere Leistung!


Um nicht ganz tote Beine zu haben, bin ich schon Donnerstag Abend los in Richtung FFM. Danke Chris für Deine Gastfreundschaft und die Brezeln am Morgen! :)

Im Sonnenuntergang Richtung Norden… on the road again.

Mit Sonnenschein und guter Laune ging es am Freitag Vormittag weiter nach Willingen. Wie schon gesagt bin ich Stunden geeiert. Durch Käffer durch, noch und nöcher. Die 65 km ab Marburg wurden nicht weniger. Irgendwann das Handy auch noch navigieren lassen aber es wurde nicht besser. Schön ist es dort ja aber ich wollte ankommen. Finally war ich da. Pension Püttmann, ein paar Km von Willingen in einem idyllischen kleinen Örtchen entfernt, nebendran die Jugendherberge . Ich dachte noch "Hier schlafe ich wie ein Stein".

Ausblick von der Pension Püttmann. Willingen hinter dem Buckel. Sieht nach Ruhe aus…

Am Freitag erstmal eingecheckt bei den beiden Muttchen, die äußerst nett waren. "Frühstück um 6 Uhr? Kein Problem! Aber wenn Sie jetzt nach Willingen fahren, fahren Sie nicht so schnell und nehmen Sie lieber die Straße!" Ich: "Ok. Heute langsam, morgen dafür umso schneller ;)!" Sie verstanden es nicht, fanden aber mein Rad toll, zumindest die Farbe.

Am Tag davor noch Grinsegesicht

Also in der nächsten Kurve ab in den Wald. Kein Bock auf Straße. Enduro Stage 5 war hier am Berg. Das letzte Stück Wiese. Schnell. Hätte ich ja auch Bock gehabt… Ich bin weiter. Auf dem Festival konnte man den Kenda Stand mit dem aufgeblasenen Reifen nicht übersehen. Welcome mit Uwe und Geri. Später dann zum Essen und noch später kam Isabella an. Sie hatte wohl das gleiche Navi. Wir kamen spät ins Bett und vonwegen nur Kuhglocken… besoffenen Kiddies, ewig duschende Nachbarn oder Typen mit Rädern im Gang rumpelten durch die Gegend. Ich hatte zwar Ohrstöpsel drin aber wachte trotzdem immer wieder auf. So ein Mist. Und die Nacht war eh schon kurz, denn bei den Ley-Festivals ist der Start um 7:30 Uhr. Unmenschlich. Allein deshalb würde ich nicht mehr kommen. Das muss nicht sein, Festival hin oder her. Man müsste um 4:30 Uhr frühstücken um noch zu verdauen. Nee echt :(.

Schöne Bilder kann jeder posten … solche sind aber viel lustiger :D

Ich kriegte den Frühstücksbrei 'Ayurveda' um kurz vor 6 Uhr nicht runter.... Verquollene Augen, müde. Also doch ein Brötchen mit Marmelade. Danach Action, wir mussten los. Puh… ich sollte auf's Klo, war aber nichts verdaut. Na toll.

Mit Isabella zum Start gerollt. Meine Beine fühlten sich nicht so locker an und ich hatte im Stress das Allergiespray vergessen. Shit.

Im Startblock noch Zeit. Zum Glück gab es 2 Toilettenhäuschen neben Block A :). 

Verquollene Augen aber wenigstens warm im Startblock! Das kenne ich auch anders…

Startschuss und bahmmmmmm die erste kleine Rampe hoch. Ging. Danach runter durch den Ort. Ich blieb dran. Nicht stürzen. Safe um die Kurve. Dann kleiner Berg 300 Hm oder so. Die Lunge brannte, ich kämpfte. Um mich herum Natascha Binder und Regina Marunde. Ich versuchte dranzubleiben. Ich kriegte immer schlechter Luft und der aufgewirbelte Staub machte es nicht besser. Musste auf dem Auf und Ab oben abreißen lassen. Erste Wurzeln runtergeknattert. Das mag ich ja ;)


Schönes Foto vom Start. Ich habe komplett freie Fahrt oder keinen Windschatten, wie man's nimmt :D 

 Meine Oberschenkel gingen zu, es tat weh. So was kenne ich gar nicht von meinen anderen Rennjahren. Au weia. Ich versuchte trotzdem am Berg mindestens 240 Watt zu fahren aber es wurden immer weniger. Positiv denken: … das vergeht, dranbleiben, lang ausatmen, Gel rein, trinken, lachen. Ja, ich habe mir öfters ein gequältes Grinsen abverlangt, weil selbst das Glückshormone ausschütten soll. Habe ich zumindest mal gehört. Es half nicht. Es lief einfach unrund. Die Negativspirale war kaum aufzuhalten....

Bei diesem Rennen kann man ja währenddessen wählen, welche Strecke man fahren will. Alle gehen knapp am Ziel vorbei. Finde so was doof. Für mich gab es die Option einfach runterzufahren oder nochmal 43 km Kampf. Zu dem Zeitpunkt waren nur 4 Frauen weitergefahren, 2 davon wollten auf jeden Fall lang fahren (Katrin und Jana). Ich bin trotzdem abgebogen. Ins Ziel.

Ich war ganz schön frustriert, muss ich gestehen, aber das vergeht bei mir ja schnell. Isabella kam auch ins Ziel. Auch sie hatte zu kämpfen, was nach der langen Autofahrt und kurzen Nacht fast abzusehen war. Platz 5 in unserer Klasse trotzdem sau gut!

Damen-Podium: 1. Genser Regina  2. Hollendung Katrin 3. Markert Rebekka

Danach noch aufs Festival. Leider wenig los in diesem Jahr. Wird jedes Jahr weniger. Ok, DH in Leogang, Alpentour-Trophy, etc. Ich denke dennoch, dass der Veranstalter was ändern müsste. 35,60,85 km oder so würde ich anbieten aber nicht 45 km Sprünge. Jede Strecke, die man vorher festlegen muss, bekommt ne eigene Startzeit und diese ab 9 Uhr. Das ist human und zieht sicher mehr Leute an. Genauso beim Enduro. Welcher Endurist will um 7:30 am Start stehen? Wo soll da Spaß aufkommen?

Willingen, Upland. Unten, an der Gondel das Festival.

Zielverpflegung war top, das muss man sagen. Habe noch ne Nacht dort verbracht, wieder unruhig. Um 6 weckte mich die Sonne. Die war eisern ;). 

Mary McConneloug gewinnt die kurze Strecke. Was nice to meet you again!!
Montag, 25. Mai 2015

Schinderhannes MTB Marathon Platz 3!

FAKTEN

69km
1600 HM wellig – fiese Rampen und steile sandige Abfahrten
Platz 3 gesamt
Fahrzeit: 3:26 Std.
On Top: Singeltrails vom Feinsten – absoluter Geheimtipp für alle, die kein Bock mehr auf langweilige Strecken mit tausenden Teilnehmern haben! http://schinderhannes-mtb.org/


Bild: sportfotos24.com / Sportograf

Absolut lohnenswert in den Hunsrück zu fahren! Das war echt ein Highlight in der sonst oft tristen Marathon-Welt. Da die Teilnehmer begrenzt sind, hat man oft freie Fahrt auf den Trails und kann sich so richtig austoben. Ich fands klasse nicht im Stau zu hängen und es laufen zu lassen! Wo hat man das schon?

Nach Singen stand ein klassischer Formaufbau im Trainingsplan und so habe ich viele schöne Stunden auf dem Rad verbracht. Montag war ich bei schönstem Wetter noch in den Bergen rund um Freiburg unterwegs und dachte wie so oft, dass die Selbstständigkeit für mich das absolute Glück bedeutet. Samstag dann keine klassische Vorbelastung, sondern 2,5 Stunden biken mit Kandel-Höhenweg und Schlangenkapellen-Downhill. Das Rennen wollte ich aus dem Training heraus fahren.

Natascha Binder gewinnt, ich bin mit Platz 3 eigentlich ganz zufrieden.

Bei der Anreise Stopp in Offenburg beim Strux-Biosupermarkt und jede Menge Superfood eingekauft. Isabella hat einfach alles von Aronia über Chia, geröstete Hanfsamen und Sportlerbrei. Ich habe Säfte probiert, die einfach nur widerlich schmecken, Beeren in Schokolade gegessen und Bio-Marshmellows. Gestärkt wie Superwoman weiter in Richtung Frankfurt. 


So hingen viele im Ziel. :)

Morgens ab in den Hunsrück. Meine Oberschenkel wurden schon auf einer Parkplatztoilette strapaziert, denn auch mit 100 Lagen Klopapier will man sich da nicht hinsetzen.... In dem kleinen Ort Emmelshausen, wo sich Fuchs und Hase noch Gute Nacht sagen, fanden wir uns sogleich in einer langen Schlange der Startnummernausgabe. Das wäre auch schon mein einziger Kritikpunkt. Das muss zu den Stoßzeiten anders organisiert werden. Wir haben uns bei der kleinen Strecke angestellt und so etwas vorgedrängelt, um noch 15 Min Vorbelastung fahren zu können. Ansonsten war alles mega gut organisiert. Die Verpflegungszonen waren in Flasche auffüllen oder Becherdurchfahrt geteilt und im Ziel gab es neben Kuchen und Obst, selbstgemachte Müsliriegel, Nussecken und Nudeln. Es gab eine heiße Dusche im Shower-Van und eine liebevoll aufgehängte Bürste im provisorischen Umkleidezelt. Ich fand's top!

Nur ein paar Matschpfützen, ansonsten super Bikewetter, fast bissel zu warm.

Start um 9:30 Uhr von ganz vorne. Ziemlich flott und staubig ging es durch den Wald. Natascha Binder (r2-Bike.com) fuhr auf mich auf. Ich blieb eine zeitlang hinter ihr bis sich ein paar Jungs zwischen uns drängten und sie etwas weiter vorne war. Ich hatte nicht die nötige Power um dranzubleiben. Danach ging es über Schotter und Wiesen. Ohne Gruppe musste ich alleine kämpfen. Natascha fuhr außer Sichtweite. Danach wunderschöne Trails an Bächen entlang. Überdacht von einem grünen Blätterdach, es glich einem Märchenwald. Trotz maximaler Anstrengung genoss ich die Landschaft und habe mir vorgenommen, hier mal ne lange Tour zu fahren. Es ging um Felsen rum, über Wurzeln, an Abhängen entlang (zum Glück war es trocken), sandige Böschungen sind wir runtergerutscht und haben kleine Bäche durchquert. Es ging über viele Holzbrücken, die kaum so breit waren wie mein Lenker. Es war richtig schön und ich hatte oft freie Fahrt. Ein seltenes Glück bei Rennen.

Brille, Handschuhe und Unterhemd in Pink. Nur die Nägel heute mal nicht.

 Nicht so geil haben sich meine Oberschenkel angefühlt, die einfach schon nach ner Stunde weh taten. War die Toilette schuld? :D Wohl kaum... Die Strecke war halt auch echt was für Drücker. Auf den schmal gemähten Wiesenstücken galt es im Ruckelmodus über Maulwurfhügel zu drücken. Sau ermüdend auch die vielen kleinen Rampen.

Ein Niederländer wartete ein paar Mal auf mich und so fuhren wir einige Kilometer zusammen. Danke nochmal! Nach einem schmalen Trail an einem Abhang entlang und einer rasanten Abfahrt, war er irgendwie weg und wieder war ich alleine unterwegs. Da musste man sich gut konzentrieren, um keine Abzweigung zu verpassen oder sich an ein gemütliches Tourentempo zu gewöhnen.


Sau coole Trails! Danke an alle Helfer und die Veranstalter! Pics hier: https://www.facebook.com/SchinderhannesMTB?fref=ts

Ca. 10 km vorm Ziel fuhr wieder ein Mädel auf mich auf. Ich erkannte die blonden Zöpfe aber wusste nicht mehr woher. Sie sah fit aus. Ich hänge mich eine Weile in den Windschatten und checkte die Lage. Bei einer 90 Grad Kehre fuhr ich Kurvenkrüppel eine steile enge Linkskurve (yeah!) und konnte mich so vor sie setzen. Sie meinte: "Hey, hab schon gehört, dass Du mega stark bist! Jedenfalls stärker, als ich!" Ich dachte sogleich, dass das doch unklug ist, sich selbst schlecht zu machen und das sie doch auf mich aufgefahren ist und nicht umgekehrt. Hmmm. Ich hab dann aber auch ehrlich unklug geantwortet: "Na ja, heute vielleicht nicht." Eigentlich psychologisch keine gute Kriegsführung. Ihre Worte gaben mir aber Extrapower und so schoss ich mit 202 Puls nach fast 3 Stunden den Berg hoch und rammte über alles, was im Weg war. Hauptsache Vollgas. Noch ne Rampe und noch mal Wiese. Ich dachte sie hängt sicher hintendran aber da war niemand. Wollte aber noch nicht locker lassen und gab alles was ging. Mega gerobbt. Meine Flaschen waren leer, ich hoffte meine letzten Körner würden bis ins Ziel reichen. Noch 1 km. Das Ortschild Emmelshausen. Stadion. Ziel. Puh, geschafft! 

Der Sprint zum Treppchen, als ich von draußen hörte, dass ich im Zelt aufgerufen wurde, hat mir dann den Rest gegeben. Heute tun die Schenkel richtig weh ;).
Dienstag, 12. Mai 2015

SINGEN 2015 – SIEG Mitteldistanz

Fakten: 

49km, 1400 Hm
Fahrzeit: 2:17 Std.
Reifen: Kenda KOZMIK LITE II in 2.00 mit 1.8 Bar  
Platz 1 

Siegerbussi von Naima ♥︎ Team Transalp – der Spaß ist vorprogrammiert! Das wird der Hammer!

Davor…
Die letzten Wochen waren voller Ungewissheit und Frust. Deshalb heute mal ein längerer Bericht was los war. Erst die Erkältung, die ich von Mallorca mitgeschleppt hatte. Dabei war meine 6-Stunden-Tour über die Berge mehr als geil. Okay, vielleicht bissel too much und bissel schlecht gepennt und dann am nächsten Tag der kalte Wind. Da kam ich nicht mal mehr mit Snigger vorwärts :). Nach 3 Tagen Chillen, Geburtstag feiern und Kaffeeklatsch mit Freunden, dachte ich, es ist weg. War's aber irgendwie nicht. Hals und Lunge brannten im Training und ich habe kaum Luft gekriegt, der Puls ist ins Jenseits geknallt aber es kam nichts in den Beinen an. Die Nase zu, gejuckt wie blöd. Es hat mich wahnsinnig gemacht. Jeden Morgen das Gefühl, ich hätte mich erneut erkältet. Irgendwann war klar, dass es eine Allergie ist. Nur noch Runden zum Biosk…

Mehr Zeit am Biosk als auf dem Rad verbracht…

Riva wollte ich als Training nutzen. Nicht gleich wieder voll eins drauf auf das, was nicht vorhanden ist. Also hieß es mein Team Kenda zu unterstützen: ich habe kleine Armbänder verteilt, Aufkleber und andere Promo-Artikel. Die Leuten reißen es Dir ja aus den Händen als wären es Geldscheine und wollen noch was für Bruder, Schwester und Onkel. Aber am meisten Spaß hatten wir beim Reifenwechsel-Spiel: also von einer Felge auf die andere und wieder 2 Bar Luft rein. Super-Kenda-Geri konnte niemand schlagen: 1:12 Min! Ich habe auch nen Workshop in Sachen Reifenwechsel bekommen aber meine Fingernägel splitterten mehr, als das ich den Reifen ohne Heber von der Felge bekam – wenigstens theoretisch hab ich's jetzt voll drauf ;). Am Sonntag mit meinen Ex-Teamkolleginnen von fi'zi:k eine schöne Runde gedreht. Hat mega Laune gemacht! Das Festival ohne Rennstress war auch mal schön, im Team war super Stimmung, abends sind wir in die beste Pizzaria der Stadt und es war toll so viele Leute wiederzusehen. Naima ist ein starkes Rennen gefahren und 5. auf der Extrema geworden – Hammer Kleine!


Farblich abgestimmt on Tour. I LOVE my BIKE.

Die EM war eigentlich eins meiner Höhepunkte für 2015.

Dienstag Intervalle im Regen. Mittwoch den Berg nicht richtig hochgekommen. Mal gefühlt Druck, mal wieder nur Aua sonst nichts. Frust. Einfach schwierig sich locker zu machen, wenn man will und der Körper nicht kann. Aber klar, mit der Brechstange geht es meist noch weniger. Markus angerufen. Solche Menschen braucht man… danach war klar, dass ich keine EM fahren werde. Das 83 km ohne Form einfach zu lang und zu hart werden und das der Formaufbau dadurch auch wieder leiden wird. Easy jetzt. Die Mitteldistanz aus dem Training heraus.

Samstag früh nach Singen. Das Wetter sah gut aus. Yeah! Da geht dem kleinen Sonnenkind von alleine der Mundwinkel nach oben! Großes 34er-Kettenblatt drauf und ab auf die Strecke mit italienischer Begleitung. 1:50 Std. abgefahren. Alles gut. Bike und Beine haben sich relativ gut angefühlt. Danke Geri und Roli für die mechanische Hilfe! Sau nett. Strecke komplett gleich wie im Vorjahr. Nicht EM-würdig, Trails zu kurz, 0 technisch, eher Straßenrennen.

Der Abend im Team war bis auf den Verfahrer zum Hotel (natürlich ohne Handy) und ewigem Irren durchs Industriegebiet auf der Suche nach Hotel "RELAX" (erinnert eher an Saunaclub oder Stundenhotel) super schön. Also noch ne 2. Vorbelastung. Danke an die Fremden, die mir mit ihrem Handy den Weg deuteten. Was wären wir nur ohne Google Maps? Lost. :) Pizza mit Klein-Ben geteilt, Isabella war abends auch da, was die Runde komplettiert hat. Sau schee....

Das Rennen…
So ähnlich wie ein Straßenrennen hat es sich auch angefühlt als es am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und 17 Grad losging. Die Rampe zum Hohentwiel wurde wie immer geknallt als gäbe es kein Morgen mehr. Eine im Vaude-Store-Trikot wurde gezogen und geschoben und so fuhren sie an mir vorbei. Mein Hirn machte Hopserle. Darf man das? Nein, das ist doch unfair! 199 Puls. Ich schrie: "Das ist unfair!" Musste ja irgendwas machen! Mein Kopf ratterte, denn eigentlich waren das doch Freunde. Menno. Sie fuhren immer weiter weg. Sie hielt sich wieder fest. Ich war kurz davor mich an einen schnelleren Fahrer zu krallen. Dann am 3. Ansteig ich nochmal geschrien: "Unfair!" Zurück kam "Team!" …
Ich Depp. An so was hatte ich natürlich nicht gedacht… bissel peinlich. Am Ende war ich nicht die Einzige, die rumgebrüllt hatte :).

Ich glaube wir sind ein richtig gutes Team :)

Danach sortierte ich mich erstmal und fuhr meinen Stiefel. Hatte mich ja schon auf den ersten Metern völlig ins Off geschossen. Blöderweise war ich die meiste Zeit alleine unterwegs, konnte nur schwer Gruppen halten und hatte auch wenig Gleichstarke um mich rum. Das war im fiesen Gegenwind über Singens Hügel echt hart. Die Watt zeigten jedoch ganz gute Werte und so fuhr ich mein Tempo. Und auch wenn ich am Anschlag war und nochmal eine in Rosa an mir vorbeifuhr, deren Hinterrad ich auch nicht halten konnte (war nachher von der Kurzen), so war ich innerlich sau gut drauf. Hatte auf den Wiesenabfahrten richtig Spaß und freute mich, dass ich alles geben konnte. Egal auf welchem Platz ich am Ende gelandet wäre.

Sieg! Ohne Dusche und Ausfahren. Zu viele Freunde da…

Gegen Ende doch noch bissel Windschatteneskorte und die 2 letzten Rampen irgendwie hochgedrückt. Das war letztes Jahr alles bissel leichter aber egal. Da schaffte ich mit guter Form die Runde in 2:12 Std.
Vorm Ziel noch eine überholt. Blicken tut man es bei dem Durcheinander ja eh nicht mehr.

Das ich Erste war, habe ich erst später erfahren. Wie geil! Allein für das Gefühl und die Motivation. Das war definitiv die richtige Entscheidung. Isabella kam mit nur 13 Min Rückstand auf Platz 4 ins Ziel. Super Leistung!

Naima auf der EM-Strecke alleine auf weiter Flur und dann noch den Rik im Schlepptau :-)) Rik, das geht nicht! :D

Glückwunsch an Sabine für ein starkes Rennen und natürlich an Hielke und Anni. Ihr seid der Hammer!!

Danke an Geri für Deine Hilfe mit dem Rad. Davor und danach. Es kamen ein paar neidische Kommentare, wie es nach dem Rennen so geleckt aussehen kann. Dafür bin ich ganz arg dankbar!! Danke an Uwe für den Support. Und allen anderen für ihre Hilfe sei es mentaler oder mechanischer Art. Danke an alle an der Strecke, die geschrien haben. Ihr wisst nicht, wie viel das ausmacht.