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Freitag, 17. Juli 2015

BIKE Transalp 2015 – und wir mittendrin, statt nur dabei!

Eine Premiere steht in den Startlöchern… die BIKE Transalp 2015!!
Im Team mit Naima Madlen Diesner, meiner Teamkollegin bei Kenda DMC! Ich freu mich und glaube, dass wir super harmonieren und jede Menge Spaß haben!  
 
Auf was ich mich da eingelassen habe, versuche ich derzeit noch zu verdrängen aber die Massen an Gepäck, die sich hier im Wohnzimmer stapeln, lassen Großes vermuten und so ist es auch. Uns erwarten 611 km und 19.000HM! Ufff… ganz schön viel… :)


Das sind die groben Daten der Strecke 2015

Vor ner Woche war ich schon in den Dolomiten und durfte bei einem Shooting für die RoadBIKE reichlich Bergluft schnuppern und freue mich nun umso mehr, wenn es am Sonntag losgeht!
Wir halten euch hier jeden Tag auf dem Laufenden, sofern wir WLAN im Hotel haben. 


Vorbereitung im Schwarzwald: mit Freunden zur Downhill DM, Bikepark Todtnau. Merci Äggy für's Foto:)
 
Sau schön die Dolomiten! Harte Intervalle an diesem Pass – die Form passt!

 
Kleiner Vorgeschmack! So geil sieht es schon am Bildschirm aus!! Foto: Christian Lampe, RoadBIKE


Beim Shooting mal wieder in Pink unterwegs ;) Sunshine-Selfie :D

In den letzten Tage noch jede Menge Soulfood direkt aus Mama's Garten getankt!

Montag, 22. Juni 2015

Ultra Bike Kirchzarten - Platz 1!!

Die Formel war eigentlich ganz einfach: 3,2,2, … 1 :)!

So einfach war es aber nicht ...
Manchmal braucht es Veränderungen, um neue Energie zu schaffen. Also habe ich Pläne geschmiedet und bin die auch sogleich angegangen. Und wenn dann die Positivspirale in Gang gebracht wird, läuft diese fast von selbst. Ausprobieren lohnt sich!

Ohne Worte :)

Jedenfalls war es fast schon schwer meine Lust auf den Ultra Bike (5625 Anmeldungen) zu trüben, auch wenn das Wetter oben in Todtnauberg wirklich nicht das war, was ich mir gewünscht hätte. Ich habe dennoch versucht, was Positives zu sehen und dachte, dass dann wenigstens keine Pollen umherfliegen und ich endlich mal frei atmen kann :).

Bike noch abends fertig gemacht– jo, manchmal wird die Badewanne umfunktioniert :D

Freundin Isabella holte mich um 9:30 Uhr ab. Ich war so happy das wir zusammen dieses kleine Abenteuer angehen wollten. Macht einfach zu Zweit mehr Spaß als alleine. Im Nieselregen ging es hoch zum Schaui und Notschrei bis Todtnauberg. Vom Schauinsland sah man nichts außer einer weißen Wand. Dichter Nebel, 9 Grad und Regen? Och neee. Leute, muss das sein?

Todtnauberg kurz nach 11 Uhr: Nebel, Nieselregen, kalt war's auch. Puh…

Isabella wie immer gut gelaunt und am Strahlen :D

Ich dachte besorgt an meine Freunde auf der Ultrastrecke und war froh, dass ich mich nicht dafür entschieden hatte. Wir zögerten das Warmfahren gekünstelt heraus und überlegten im Auto was wir noch alles anziehen könnten. Endlich mal jemand, der genauso schnell kalte Hände und Füße bekommt wie ich und das voll nachvollziehen kann. Also Windblocker-Socken, Überschuhe, Armlinge und ne Regenjacke zusätzlich. Das musste reichen. 

So sah's aus :). Easy war's nicht.

Irgendwann raus. Ne kleine Runde auf der Strecke. Innerhalb von 15 Minuten waren wir samt Bike völlig vermatscht und nass aber irgendwie gar nicht so kalt mit der Jacke. Ab zum Start. Dort erstmal die Konkurrenz abgecheckt. Echt lustig wie das so abläuft. Susanne Tanner aus der Schweiz (Wheeler IXS) stand da unterm Regenschirm. Sie war so trocken und sauber, dass sie sich wohl auf der Rolle warmgefahren hat. Professionell, dachte ich. Ich mich also komplett vermatscht nebendran gestellt. Hauptsache nicht in die 2. Reihe, Präsenz zeigen! Sie mich auch gemustert.

ab über die Wiese…
  
Punkt 12 Uhr ging es los, gleich mal ne Rampe hoch. Innerhalb von Sekunden waren wir zu Dritt. Es schien zu Beginn als wäre Judith, die Dritte im Bunde, berghoch stärker aber bergab schwächer als wir. Ich begann zu rechnen. Okay, im Downhill nach Todtnau irgendwie abhängen, vorher kämpfen. Sie war allerdings schon früher weg, hatte vielleicht im Startloop überpaced. Wir fuhren zu zweit und natürlich fuhr Susanne bergab wie der Teufel. Das können die Schweizer echt. Sie fuhr echt crazy durch den Matsch. Ich musste 105% fahren um dranzubleiben. Das war mit all der Matsche und zunehmend schlechter Sicht manchmal Hari-Kiri aber ich hatte das Bike unter Kontrolle.

In Todtnau fuhren wir dicht hintereinander in die Verpflegung und es war ein Wunder, dass niemand crashte, denn da war allgemeines Gelager, was wohl am Red Bull Ausschank lag. Der nächste Anstieg nach Aftersteg. Ich überholte Susanne. Sie blieb dran. Auf einem kleinen Gang kurbelte ich mich die Straße hoch. Inzwischen war es trocken und warm, die Sonne kam ab und zu hervor. Meine Wattwerte waren gleichmäßig gut und ich hatte zu keiner Zeit Schmerzen in den Beinen. Sau gutes Gefühl! In Aftersteg waren wir beisammen und fuhren zwischen den vielen Zuschauern die 20% Rampe hoch. Die Stimmung war so cool dort! Danke an alle!!! Oben fuhr sie neben mich: "Ist noch ne Stunde jetzt oder?" Ich: "Hmm, nee, noch ca. 1,5 Stunden." Eine gefühlte Ewigkeit fuhr sie neben mir. Was sollte das heißen? Ich rätselte. Es machte mich verrückt. Zum Glück mussten wir paar Leute überholen und ich sah ihren Lenker nicht mehr neben mir. So fuhr ich mein Tempo und schaute mich einfach nicht mehr um. Hoffte nur, dass sie weg war. Eigentlich voll bescheuert :). Ich fuhr und fuhr und hoffte. Bei jedem, der mich überholte, zuckte ich kurz zusammen und dachte sie wäre es. Puh, nee, kein Neontrikot. Gut. Weiter. Brav aß ich Gel um Gel und kurbelte.

Fight in Aftersteg: Susanne Tanner aus der Schweiz konnte ich etwas später am Berg abhängen.

Irgendwann machte der Weg eine Kehre und ich schaute mich um. Da war keine Frau. Ich fühlte mich aber nicht in Sicherheit, denn ich wusste ja nicht um den Vorsprung und ich wusste wie gut sie bergab fuhr und wie viele Downhill-Kilometer wir noch hatten, also Vollgas weiter. Mittlerweile war die Matsche auf meinem Gesicht angetrocknet und bei jeder Bewegung bröselte was runter. Meine Augen tränten unter dem Dreck.

In Hofsgrund noch mal Freunde, die mich lauthals anfeuerten. Danke! Das Wiesenstück danach war so ewig und so mühsam. Matsche, rutschige Wurzeln oder abschüssige Wiese, langsame Fahrer, die man nicht überholen konnte. Alles dabei. Ich ruckelte über die Wiese und achtete bei den Abfahrten auf die Regenrinnen und die Leute vor mir. Stürzen wollte ich heute echt nicht. Zum Glück hatte ich trotz der Bedingungen kein Kopfkino, also ich schätze der Sturz von letztem Jahr ist echt verarbeitet!

Dirty Rebbi im Ziel
Die Augen voller Matsch :)

Im Kopf hakte ich ab: Hofsgrund, Wiese, Wasserrrinnen, Spitzkehre, noch mal Anstieg, Bauernhof, Straße. Unten dann voll draufgelatscht. Das war mein Sieg und ich wollte den mir nicht mehr nehmen lassen. Ab auf den Campingplatz und dann stand ich im Stau. 10 langsame Fahrer vor mir und kein Weg vorbei. Das war zum Durchdrehen. Ich habe da meinen ganzen Vorsprung verloren. Der Typ vor mir meinte nur trocken: "Da kommste jetzt nicht vorbei!" und machte sich noch breiter. Ich hörte den Stadionsprecher, ich fluchte. Die Holzbrücke rammte ich mit voller Wucht hoch, bei der 2. fast noch eine abgeräumt, danach die Ziellinie. Arme in die Luft. Platz 1!!!! Wie cool! So happy. Endlich!

Stefan Lubowitzki wie immer der erste Gratulant :) Pic: Doris Sommer

Am Ende hatte ich nur noch 16 Sek Vorsprung auf Platz 2. Auf meiner Strecke wurden 89 Frauen gewertet. 2. wurde Susanne Tanner, 3. Judith Wunderle

Endlich den Gesamtsieg eingefahren! Nach Alex Engen (2011) und Nina Wrobel (2012+13)

Der Tag endete mit meiner Clique in der Pizzaria. Wir waren allesamt sehr erfolgreich: Jasmin & Bernd auf der Ultrastrecke auf 1 als Team, Sönke auf 7. Alle, die diese Strecke in Angriff genommen haben können richtig stolz auf sich sein. Das ist eh schon lang aber bei den Bedingungen doppelt schwer. Hut ab!

:-)
Sonntag, 14. Juni 2015

Bikefestival Willingen – Platz 3 Damen

Ist: 53 km, 1500 Hm

Soll: 96 km, 2740 Hm

Nur 4 Mädels kamen an: 121 km, 3540 Hm


Das Bikefestival Willingen 2015 ist Geschichte. Nach ca 4 Stunden war ich wieder daheim und habe mich gefragt, wo ich bei der Hinfahrt rumgeeiert bin. Mein Navi wollte mir wohl bissel die Gegend zeigen, glaube ich. Nett sind die Leute ja und ich wurde mit Sonne empfangen, auch nett. Übrigens hat die sich hartnäckig entgegen aller Vorwarnungen gehalten! Saubere Leistung!


Um nicht ganz tote Beine zu haben, bin ich schon Donnerstag Abend los in Richtung FFM. Danke Chris für Deine Gastfreundschaft und die Brezeln am Morgen! :)

Im Sonnenuntergang Richtung Norden… on the road again.

Mit Sonnenschein und guter Laune ging es am Freitag Vormittag weiter nach Willingen. Wie schon gesagt bin ich Stunden geeiert. Durch Käffer durch, noch und nöcher. Die 65 km ab Marburg wurden nicht weniger. Irgendwann das Handy auch noch navigieren lassen aber es wurde nicht besser. Schön ist es dort ja aber ich wollte ankommen. Finally war ich da. Pension Püttmann, ein paar Km von Willingen in einem idyllischen kleinen Örtchen entfernt, nebendran die Jugendherberge . Ich dachte noch "Hier schlafe ich wie ein Stein".

Ausblick von der Pension Püttmann. Willingen hinter dem Buckel. Sieht nach Ruhe aus…

Am Freitag erstmal eingecheckt bei den beiden Muttchen, die äußerst nett waren. "Frühstück um 6 Uhr? Kein Problem! Aber wenn Sie jetzt nach Willingen fahren, fahren Sie nicht so schnell und nehmen Sie lieber die Straße!" Ich: "Ok. Heute langsam, morgen dafür umso schneller ;)!" Sie verstanden es nicht, fanden aber mein Rad toll, zumindest die Farbe.

Am Tag davor noch Grinsegesicht

Also in der nächsten Kurve ab in den Wald. Kein Bock auf Straße. Enduro Stage 5 war hier am Berg. Das letzte Stück Wiese. Schnell. Hätte ich ja auch Bock gehabt… Ich bin weiter. Auf dem Festival konnte man den Kenda Stand mit dem aufgeblasenen Reifen nicht übersehen. Welcome mit Uwe und Geri. Später dann zum Essen und noch später kam Isabella an. Sie hatte wohl das gleiche Navi. Wir kamen spät ins Bett und vonwegen nur Kuhglocken… besoffenen Kiddies, ewig duschende Nachbarn oder Typen mit Rädern im Gang rumpelten durch die Gegend. Ich hatte zwar Ohrstöpsel drin aber wachte trotzdem immer wieder auf. So ein Mist. Und die Nacht war eh schon kurz, denn bei den Ley-Festivals ist der Start um 7:30 Uhr. Unmenschlich. Allein deshalb würde ich nicht mehr kommen. Das muss nicht sein, Festival hin oder her. Man müsste um 4:30 Uhr frühstücken um noch zu verdauen. Nee echt :(.

Schöne Bilder kann jeder posten … solche sind aber viel lustiger :D

Ich kriegte den Frühstücksbrei 'Ayurveda' um kurz vor 6 Uhr nicht runter.... Verquollene Augen, müde. Also doch ein Brötchen mit Marmelade. Danach Action, wir mussten los. Puh… ich sollte auf's Klo, war aber nichts verdaut. Na toll.

Mit Isabella zum Start gerollt. Meine Beine fühlten sich nicht so locker an und ich hatte im Stress das Allergiespray vergessen. Shit.

Im Startblock noch Zeit. Zum Glück gab es 2 Toilettenhäuschen neben Block A :). 

Verquollene Augen aber wenigstens warm im Startblock! Das kenne ich auch anders…

Startschuss und bahmmmmmm die erste kleine Rampe hoch. Ging. Danach runter durch den Ort. Ich blieb dran. Nicht stürzen. Safe um die Kurve. Dann kleiner Berg 300 Hm oder so. Die Lunge brannte, ich kämpfte. Um mich herum Natascha Binder und Regina Marunde. Ich versuchte dranzubleiben. Ich kriegte immer schlechter Luft und der aufgewirbelte Staub machte es nicht besser. Musste auf dem Auf und Ab oben abreißen lassen. Erste Wurzeln runtergeknattert. Das mag ich ja ;)


Schönes Foto vom Start. Ich habe komplett freie Fahrt oder keinen Windschatten, wie man's nimmt :D 

 Meine Oberschenkel gingen zu, es tat weh. So was kenne ich gar nicht von meinen anderen Rennjahren. Au weia. Ich versuchte trotzdem am Berg mindestens 240 Watt zu fahren aber es wurden immer weniger. Positiv denken: … das vergeht, dranbleiben, lang ausatmen, Gel rein, trinken, lachen. Ja, ich habe mir öfters ein gequältes Grinsen abverlangt, weil selbst das Glückshormone ausschütten soll. Habe ich zumindest mal gehört. Es half nicht. Es lief einfach unrund. Die Negativspirale war kaum aufzuhalten....

Bei diesem Rennen kann man ja währenddessen wählen, welche Strecke man fahren will. Alle gehen knapp am Ziel vorbei. Finde so was doof. Für mich gab es die Option einfach runterzufahren oder nochmal 43 km Kampf. Zu dem Zeitpunkt waren nur 4 Frauen weitergefahren, 2 davon wollten auf jeden Fall lang fahren (Katrin und Jana). Ich bin trotzdem abgebogen. Ins Ziel.

Ich war ganz schön frustriert, muss ich gestehen, aber das vergeht bei mir ja schnell. Isabella kam auch ins Ziel. Auch sie hatte zu kämpfen, was nach der langen Autofahrt und kurzen Nacht fast abzusehen war. Platz 5 in unserer Klasse trotzdem sau gut!

Damen-Podium: 1. Genser Regina  2. Hollendung Katrin 3. Markert Rebekka

Danach noch aufs Festival. Leider wenig los in diesem Jahr. Wird jedes Jahr weniger. Ok, DH in Leogang, Alpentour-Trophy, etc. Ich denke dennoch, dass der Veranstalter was ändern müsste. 35,60,85 km oder so würde ich anbieten aber nicht 45 km Sprünge. Jede Strecke, die man vorher festlegen muss, bekommt ne eigene Startzeit und diese ab 9 Uhr. Das ist human und zieht sicher mehr Leute an. Genauso beim Enduro. Welcher Endurist will um 7:30 am Start stehen? Wo soll da Spaß aufkommen?

Willingen, Upland. Unten, an der Gondel das Festival.

Zielverpflegung war top, das muss man sagen. Habe noch ne Nacht dort verbracht, wieder unruhig. Um 6 weckte mich die Sonne. Die war eisern ;). 

Mary McConneloug gewinnt die kurze Strecke. Was nice to meet you again!!
Montag, 25. Mai 2015

Schinderhannes MTB Marathon Platz 3!

FAKTEN

69km
1600 HM wellig – fiese Rampen und steile sandige Abfahrten
Platz 3 gesamt
Fahrzeit: 3:26 Std.
On Top: Singeltrails vom Feinsten – absoluter Geheimtipp für alle, die kein Bock mehr auf langweilige Strecken mit tausenden Teilnehmern haben! http://schinderhannes-mtb.org/


Bild: sportfotos24.com / Sportograf

Absolut lohnenswert in den Hunsrück zu fahren! Das war echt ein Highlight in der sonst oft tristen Marathon-Welt. Da die Teilnehmer begrenzt sind, hat man oft freie Fahrt auf den Trails und kann sich so richtig austoben. Ich fands klasse nicht im Stau zu hängen und es laufen zu lassen! Wo hat man das schon?

Nach Singen stand ein klassischer Formaufbau im Trainingsplan und so habe ich viele schöne Stunden auf dem Rad verbracht. Montag war ich bei schönstem Wetter noch in den Bergen rund um Freiburg unterwegs und dachte wie so oft, dass die Selbstständigkeit für mich das absolute Glück bedeutet. Samstag dann keine klassische Vorbelastung, sondern 2,5 Stunden biken mit Kandel-Höhenweg und Schlangenkapellen-Downhill. Das Rennen wollte ich aus dem Training heraus fahren.

Natascha Binder gewinnt, ich bin mit Platz 3 eigentlich ganz zufrieden.

Bei der Anreise Stopp in Offenburg beim Strux-Biosupermarkt und jede Menge Superfood eingekauft. Isabella hat einfach alles von Aronia über Chia, geröstete Hanfsamen und Sportlerbrei. Ich habe Säfte probiert, die einfach nur widerlich schmecken, Beeren in Schokolade gegessen und Bio-Marshmellows. Gestärkt wie Superwoman weiter in Richtung Frankfurt. 


So hingen viele im Ziel. :)

Morgens ab in den Hunsrück. Meine Oberschenkel wurden schon auf einer Parkplatztoilette strapaziert, denn auch mit 100 Lagen Klopapier will man sich da nicht hinsetzen.... In dem kleinen Ort Emmelshausen, wo sich Fuchs und Hase noch Gute Nacht sagen, fanden wir uns sogleich in einer langen Schlange der Startnummernausgabe. Das wäre auch schon mein einziger Kritikpunkt. Das muss zu den Stoßzeiten anders organisiert werden. Wir haben uns bei der kleinen Strecke angestellt und so etwas vorgedrängelt, um noch 15 Min Vorbelastung fahren zu können. Ansonsten war alles mega gut organisiert. Die Verpflegungszonen waren in Flasche auffüllen oder Becherdurchfahrt geteilt und im Ziel gab es neben Kuchen und Obst, selbstgemachte Müsliriegel, Nussecken und Nudeln. Es gab eine heiße Dusche im Shower-Van und eine liebevoll aufgehängte Bürste im provisorischen Umkleidezelt. Ich fand's top!

Nur ein paar Matschpfützen, ansonsten super Bikewetter, fast bissel zu warm.

Start um 9:30 Uhr von ganz vorne. Ziemlich flott und staubig ging es durch den Wald. Natascha Binder (r2-Bike.com) fuhr auf mich auf. Ich blieb eine zeitlang hinter ihr bis sich ein paar Jungs zwischen uns drängten und sie etwas weiter vorne war. Ich hatte nicht die nötige Power um dranzubleiben. Danach ging es über Schotter und Wiesen. Ohne Gruppe musste ich alleine kämpfen. Natascha fuhr außer Sichtweite. Danach wunderschöne Trails an Bächen entlang. Überdacht von einem grünen Blätterdach, es glich einem Märchenwald. Trotz maximaler Anstrengung genoss ich die Landschaft und habe mir vorgenommen, hier mal ne lange Tour zu fahren. Es ging um Felsen rum, über Wurzeln, an Abhängen entlang (zum Glück war es trocken), sandige Böschungen sind wir runtergerutscht und haben kleine Bäche durchquert. Es ging über viele Holzbrücken, die kaum so breit waren wie mein Lenker. Es war richtig schön und ich hatte oft freie Fahrt. Ein seltenes Glück bei Rennen.

Brille, Handschuhe und Unterhemd in Pink. Nur die Nägel heute mal nicht.

 Nicht so geil haben sich meine Oberschenkel angefühlt, die einfach schon nach ner Stunde weh taten. War die Toilette schuld? :D Wohl kaum... Die Strecke war halt auch echt was für Drücker. Auf den schmal gemähten Wiesenstücken galt es im Ruckelmodus über Maulwurfhügel zu drücken. Sau ermüdend auch die vielen kleinen Rampen.

Ein Niederländer wartete ein paar Mal auf mich und so fuhren wir einige Kilometer zusammen. Danke nochmal! Nach einem schmalen Trail an einem Abhang entlang und einer rasanten Abfahrt, war er irgendwie weg und wieder war ich alleine unterwegs. Da musste man sich gut konzentrieren, um keine Abzweigung zu verpassen oder sich an ein gemütliches Tourentempo zu gewöhnen.


Sau coole Trails! Danke an alle Helfer und die Veranstalter! Pics hier: https://www.facebook.com/SchinderhannesMTB?fref=ts

Ca. 10 km vorm Ziel fuhr wieder ein Mädel auf mich auf. Ich erkannte die blonden Zöpfe aber wusste nicht mehr woher. Sie sah fit aus. Ich hänge mich eine Weile in den Windschatten und checkte die Lage. Bei einer 90 Grad Kehre fuhr ich Kurvenkrüppel eine steile enge Linkskurve (yeah!) und konnte mich so vor sie setzen. Sie meinte: "Hey, hab schon gehört, dass Du mega stark bist! Jedenfalls stärker, als ich!" Ich dachte sogleich, dass das doch unklug ist, sich selbst schlecht zu machen und das sie doch auf mich aufgefahren ist und nicht umgekehrt. Hmmm. Ich hab dann aber auch ehrlich unklug geantwortet: "Na ja, heute vielleicht nicht." Eigentlich psychologisch keine gute Kriegsführung. Ihre Worte gaben mir aber Extrapower und so schoss ich mit 202 Puls nach fast 3 Stunden den Berg hoch und rammte über alles, was im Weg war. Hauptsache Vollgas. Noch ne Rampe und noch mal Wiese. Ich dachte sie hängt sicher hintendran aber da war niemand. Wollte aber noch nicht locker lassen und gab alles was ging. Mega gerobbt. Meine Flaschen waren leer, ich hoffte meine letzten Körner würden bis ins Ziel reichen. Noch 1 km. Das Ortschild Emmelshausen. Stadion. Ziel. Puh, geschafft! 

Der Sprint zum Treppchen, als ich von draußen hörte, dass ich im Zelt aufgerufen wurde, hat mir dann den Rest gegeben. Heute tun die Schenkel richtig weh ;).
Dienstag, 12. Mai 2015

SINGEN 2015 – SIEG Mitteldistanz

Fakten: 

49km, 1400 Hm
Fahrzeit: 2:17 Std.
Reifen: Kenda KOZMIK LITE II in 2.00 mit 1.8 Bar  
Platz 1 

Siegerbussi von Naima ♥︎ Team Transalp – der Spaß ist vorprogrammiert! Das wird der Hammer!

Davor…
Die letzten Wochen waren voller Ungewissheit und Frust. Deshalb heute mal ein längerer Bericht was los war. Erst die Erkältung, die ich von Mallorca mitgeschleppt hatte. Dabei war meine 6-Stunden-Tour über die Berge mehr als geil. Okay, vielleicht bissel too much und bissel schlecht gepennt und dann am nächsten Tag der kalte Wind. Da kam ich nicht mal mehr mit Snigger vorwärts :). Nach 3 Tagen Chillen, Geburtstag feiern und Kaffeeklatsch mit Freunden, dachte ich, es ist weg. War's aber irgendwie nicht. Hals und Lunge brannten im Training und ich habe kaum Luft gekriegt, der Puls ist ins Jenseits geknallt aber es kam nichts in den Beinen an. Die Nase zu, gejuckt wie blöd. Es hat mich wahnsinnig gemacht. Jeden Morgen das Gefühl, ich hätte mich erneut erkältet. Irgendwann war klar, dass es eine Allergie ist. Nur noch Runden zum Biosk…

Mehr Zeit am Biosk als auf dem Rad verbracht…

Riva wollte ich als Training nutzen. Nicht gleich wieder voll eins drauf auf das, was nicht vorhanden ist. Also hieß es mein Team Kenda zu unterstützen: ich habe kleine Armbänder verteilt, Aufkleber und andere Promo-Artikel. Die Leuten reißen es Dir ja aus den Händen als wären es Geldscheine und wollen noch was für Bruder, Schwester und Onkel. Aber am meisten Spaß hatten wir beim Reifenwechsel-Spiel: also von einer Felge auf die andere und wieder 2 Bar Luft rein. Super-Kenda-Geri konnte niemand schlagen: 1:12 Min! Ich habe auch nen Workshop in Sachen Reifenwechsel bekommen aber meine Fingernägel splitterten mehr, als das ich den Reifen ohne Heber von der Felge bekam – wenigstens theoretisch hab ich's jetzt voll drauf ;). Am Sonntag mit meinen Ex-Teamkolleginnen von fi'zi:k eine schöne Runde gedreht. Hat mega Laune gemacht! Das Festival ohne Rennstress war auch mal schön, im Team war super Stimmung, abends sind wir in die beste Pizzaria der Stadt und es war toll so viele Leute wiederzusehen. Naima ist ein starkes Rennen gefahren und 5. auf der Extrema geworden – Hammer Kleine!


Farblich abgestimmt on Tour. I LOVE my BIKE.

Die EM war eigentlich eins meiner Höhepunkte für 2015.

Dienstag Intervalle im Regen. Mittwoch den Berg nicht richtig hochgekommen. Mal gefühlt Druck, mal wieder nur Aua sonst nichts. Frust. Einfach schwierig sich locker zu machen, wenn man will und der Körper nicht kann. Aber klar, mit der Brechstange geht es meist noch weniger. Markus angerufen. Solche Menschen braucht man… danach war klar, dass ich keine EM fahren werde. Das 83 km ohne Form einfach zu lang und zu hart werden und das der Formaufbau dadurch auch wieder leiden wird. Easy jetzt. Die Mitteldistanz aus dem Training heraus.

Samstag früh nach Singen. Das Wetter sah gut aus. Yeah! Da geht dem kleinen Sonnenkind von alleine der Mundwinkel nach oben! Großes 34er-Kettenblatt drauf und ab auf die Strecke mit italienischer Begleitung. 1:50 Std. abgefahren. Alles gut. Bike und Beine haben sich relativ gut angefühlt. Danke Geri und Roli für die mechanische Hilfe! Sau nett. Strecke komplett gleich wie im Vorjahr. Nicht EM-würdig, Trails zu kurz, 0 technisch, eher Straßenrennen.

Der Abend im Team war bis auf den Verfahrer zum Hotel (natürlich ohne Handy) und ewigem Irren durchs Industriegebiet auf der Suche nach Hotel "RELAX" (erinnert eher an Saunaclub oder Stundenhotel) super schön. Also noch ne 2. Vorbelastung. Danke an die Fremden, die mir mit ihrem Handy den Weg deuteten. Was wären wir nur ohne Google Maps? Lost. :) Pizza mit Klein-Ben geteilt, Isabella war abends auch da, was die Runde komplettiert hat. Sau schee....

Das Rennen…
So ähnlich wie ein Straßenrennen hat es sich auch angefühlt als es am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und 17 Grad losging. Die Rampe zum Hohentwiel wurde wie immer geknallt als gäbe es kein Morgen mehr. Eine im Vaude-Store-Trikot wurde gezogen und geschoben und so fuhren sie an mir vorbei. Mein Hirn machte Hopserle. Darf man das? Nein, das ist doch unfair! 199 Puls. Ich schrie: "Das ist unfair!" Musste ja irgendwas machen! Mein Kopf ratterte, denn eigentlich waren das doch Freunde. Menno. Sie fuhren immer weiter weg. Sie hielt sich wieder fest. Ich war kurz davor mich an einen schnelleren Fahrer zu krallen. Dann am 3. Ansteig ich nochmal geschrien: "Unfair!" Zurück kam "Team!" …
Ich Depp. An so was hatte ich natürlich nicht gedacht… bissel peinlich. Am Ende war ich nicht die Einzige, die rumgebrüllt hatte :).

Ich glaube wir sind ein richtig gutes Team :)

Danach sortierte ich mich erstmal und fuhr meinen Stiefel. Hatte mich ja schon auf den ersten Metern völlig ins Off geschossen. Blöderweise war ich die meiste Zeit alleine unterwegs, konnte nur schwer Gruppen halten und hatte auch wenig Gleichstarke um mich rum. Das war im fiesen Gegenwind über Singens Hügel echt hart. Die Watt zeigten jedoch ganz gute Werte und so fuhr ich mein Tempo. Und auch wenn ich am Anschlag war und nochmal eine in Rosa an mir vorbeifuhr, deren Hinterrad ich auch nicht halten konnte (war nachher von der Kurzen), so war ich innerlich sau gut drauf. Hatte auf den Wiesenabfahrten richtig Spaß und freute mich, dass ich alles geben konnte. Egal auf welchem Platz ich am Ende gelandet wäre.

Sieg! Ohne Dusche und Ausfahren. Zu viele Freunde da…

Gegen Ende doch noch bissel Windschatteneskorte und die 2 letzten Rampen irgendwie hochgedrückt. Das war letztes Jahr alles bissel leichter aber egal. Da schaffte ich mit guter Form die Runde in 2:12 Std.
Vorm Ziel noch eine überholt. Blicken tut man es bei dem Durcheinander ja eh nicht mehr.

Das ich Erste war, habe ich erst später erfahren. Wie geil! Allein für das Gefühl und die Motivation. Das war definitiv die richtige Entscheidung. Isabella kam mit nur 13 Min Rückstand auf Platz 4 ins Ziel. Super Leistung!

Naima auf der EM-Strecke alleine auf weiter Flur und dann noch den Rik im Schlepptau :-)) Rik, das geht nicht! :D

Glückwunsch an Sabine für ein starkes Rennen und natürlich an Hielke und Anni. Ihr seid der Hammer!!

Danke an Geri für Deine Hilfe mit dem Rad. Davor und danach. Es kamen ein paar neidische Kommentare, wie es nach dem Rennen so geleckt aussehen kann. Dafür bin ich ganz arg dankbar!! Danke an Uwe für den Support. Und allen anderen für ihre Hilfe sei es mentaler oder mechanischer Art. Danke an alle an der Strecke, die geschrien haben. Ihr wisst nicht, wie viel das ausmacht. 
Montag, 20. April 2015

Ein Sonntag ohne Rennen

Ich habe gestern rennfrei gemacht, nachdem mein Körper grad einfach nicht will. Mittwoch der Beschluss statt Kellerwald Veringendorf zu fahren, um den Stress mit Anfahrt etc. gering zu halten aber das Unterfangen habe ich am Samstag dann auch gecancelt, nachdem meine Erkältung einfach nicht weg geht. 4 Jahre krankfrei und dann so ein Mist.

Was macht also eine Markert an einem der schönsten Sonntage ohne Rennen?


1. Ausschlafen

2. 30 Min Soul-Walk
Eine morgendliche Frischluftrunde über's Denzlinger Bergle. Diese Runde bin ich früher mehr als 10 Jahre mit meinem Hund Stony und sämtlichen Pflegehunden gelaufen. Schöne Erinnerungen werden wach und ich genieße das traumhafte Wetter, der klare Blick auf Kandel, Belchen, Freiburg. Hier bin ich aufgewachsen, das ist für mich Heimat. Einfach nur schön.

Blick auf den Kandel. Heimat.

3. Was für'n Kopf
Ausgiebig Zeitung lesen und Kreuzworträtsel lösen :)
 
4. Natur in vollen Zügen
Mama's Blumen gießen und den Garten genießen.

Kleine Oase – Mama's Garten

5. Eine gute Tat
Fahrt zu meiner Tante in den Schwarzwald, die sich immer mega freut wenn ich zu Besuch komme. Ein kleiner Spaziergang durch das Terrain der Trans Schwarzwald, Gespräche über Mandoline spielen und wie immer ein Stück Käsekuchen im Café Lauble, Sonne tanken, Zuhören, den dicken Goldfisch im Teich beobachten und wieder zurück auf weichem Moorboden. Hier oben sind die Bäume noch fast kahl aber auch hier steht der Frühling in den Startlöchern.

Den Boden zuletzt ;) – Café Lauble am Fohrenbühl. Absolut empfehlenswert.

6. Stammtisch
Wie jeden Sonntag um Punkt 19:00 Uhr Stammtisch. Die neuesten Rennberichte werden ausgetauscht, die Trainingshighlights des Wochenendes offenbart, die Trends in Training und Ernährung diskutiert, Klatsch & Tratsch darf auch nicht fehlen, wir essen mexikanisch und wie jedes Mal lachen wir so hart über uns selbst, dass es fast schon weh tut. Besseres Soul-Food gibt's kaum.


Am Samstag steht die Schönbuch Trophy auf dem Plan. Kommen werde ich auf jeden Fall, fahren nur wenn ich mich besser fühle. Die 700 Startplätze sind vergeben, bereits 50 Starter stehen auf der Warteliste. Am Samstag findet das MTB-Race über 23 oder 46 km statt, am Sonntag dann zwei Trailläufe über 12 und 42! Kilometer.
Veranstaltet wird die Schönbuch Trophy von der Stadt Herrenberg und dem Landratsamt Böblingen, in Zusammenarbeit mit dem Event Service Stahl und dem Unternehmen Klaus Moser, die wohl beste Streckencrew der Welt ;)
 Infos gibt es hier


Montag, 23. März 2015

1. Griesson DeBeukelaer Radrennen

FAKTEN
Distanz: 55,8 km = 6 Runden 
HM: 560
Geschwindigkeit: 33 km/h
 
Meine Woche nach dem letzten Rennen war wenig entspannt aber es gab auch sonnige Abschnitte. Viele Jobs und viel Training durchzogen die Tage, mit Highlight am Donnerstag: 3,5 Stunden mit dem neuen Bike durch den Schwarzwald, mit harten Intervallen den Spirzen hoch, als Geburtstagsgeschenk für Trainingpartner Bernd. Abschluss wie immer mit einem Latte am Biosk auf der Wiese. Freitag nochmal 3:45 Stunden in der Früh und Akkord-Schaffen danach. Abends um 22:30 Uhr war ich dann mit den wichtigsten Aufträgen durch und ganz schön geschafft aber natürlich auch happy.

Yeah, up the hill! Kekse en masse im Ziel :) – Foto: Mani Wollner

Sonntag in der Früh Brezel mit Kresse - was kann da noch schief gehen? Mit gut gelauntem, hochmotiviertem Horstman on the road to Polch. Kennt ihr nicht? Ich auch nicht aber genau da steht die bekannte Keksfabrik Griesson. Da kommt die Prinzenrolle her und es riecht überall nach Keksen. Hier sollte mein 3. Elite-Straßenrennen stattfinden...

Beate Zanner auf Go. Ich hinterher. Fast jede Attacke Vollgas. Hier das Bild von Vorne… – Foto: Mani Wollner

Wir wären ja pünktlich dort gewesen, wenn die Polizei etwas entspannter gewesen wäre aber nee, hier auf'm Dorf nimmt sie ihren Job noch sehr ernst und die Rennstrecke passieren, um zum Start zu kommen, war unmöglich. Nicht mal mit Markertschem Charme :(. Und auch nicht, wenn 3 Minuten kein Radfahrer zu sehen war. Eisern verteidigten sie ihren Sicherheitabschnitt und mir lief die Zeit davon. Keine Stunde mehr bis zum Start. Also Auto an den Rand und zu Fuß zur Anmeldung. War nicht so weit.

Eine lange Schlange bis vor's Haus erwartete uns im eisigen 4° Wind. Wir standen und standen....brrr... noch 40 Minuten bis zum Start und es ging nicht vorwärts. Dann kam einer raus: "Alle Lizenz-Frauen vor!" Da sah ich sogleich das Problem: die Nummern waren fein säuberlich in Klarsichthüllen in verschiedenen Ordnern abgeheftet. Es dauerte Ewigkeiten sie zu finden und man merke zudem, dass die Veranstalter mit den Massen an Startern überfordert waren und auch keine Routine hatten. Danach war die Toilette gefühlte 10 Minuten besetzt. Mann… Die Zeit tickte. Im Spurt zurück zum Auto und hektisches Umziehen, Nummer festmachen, noch schnell Armlinge über das Langarmunterhemd. Sicher ist sicher, blos nicht frieren. Hopp auf die Strecke! Egal jetzt! Der Wind kalt und stürmisch…


… das ist das Bild von hinten. Mich sieht man nur angeschnitten ganz links ;) – Foto: Mani Wollner

Die Strecke hatte ca. 9,3 km und ein paar Wellen waren auch drin. Ansonsten breite Feldwege und Straßen. Nett. Die Zeit flog weiter dahin, noch 9 Min bis zum Elite Frauenstart und der noch in weiter Ferne. Hartes Warm-Up. Noch 5 Minuten. Also kleines Intervall im Spitzenbereich. In letzter Minute zu den anderen Frauen gerollt und trotz der kalten Temperaturen schwitze ich.

Dann begaben sich die Elite Frauen, sowie Juniorinnen auf die Strecke. Ein recht großes Feld mit hochkarätigen Teams wie Koga und Stuttgart. Auch andere gute Fahrerinnen standen auf der Starterliste. Für mich aber kein Grund mich zurückzuhalten und so versuchte ich mich meist vorne aufzuhalten. Die erste Attacke gab es nach 300 Metern hinter der ersten Kurve. Uii, das würde heiter werden…


Schöne Strecke in Polch rund um das Griesson Firmengelände. – Foto: Mani Wollner

Die Attacken waren zahlreich und ich bin fast immer voll mitgefahren. Klar habe ich mich auch zu viel im Wind aufgehalten oder bin zu viel vorne gefahren aber es hat einfach Spaß gemacht freie Fahrt zu haben. Eine Runde bin ich fast komplett vor dem Feld gefahren. Geiles Gefühl. In Runde 4 hatte ich einen kleinen Hänger und dachte schon ich würde hinten rausfallen aber irgendwie konnte ich den Anschluss halten. Andere keuchten da schon mehr.

Generell muss ich sagen, dass die Mädels alle achtsam fuhren und es wurde nicht blöd gemacht oder gezickt wie letztes Jahr in Schönaich. Vielleicht weil so viele Top-Fahrerinnen am Start waren.

In Runde 6, der letzten Runde der 55 km, war wieder eine vorne weg. Eine 2. Attacke folgte, ich konnte nicht mit. Wieder 2 Mädels weg. Dann ich wieder vorne am Feld und auf Verfolgungjagd. Später kam noch eine Attacke und 3 oder 4 von einem Team weg. Hatte zwar Druck aber meine Beine hatten keinen Punch mehr um mitzugehen. Egal. Mir war klar, dass es einen Sprint geben wird und der zog sofort nach der letzten Linkskurve an. Ich konnte nicht mit, meine Beine wollten nicht mehr und brannten wie Hölle. Platz 19.

Ich fand’s cool und bin dennoch zufrieden. Straßenrennen Nr. 3 im Kasten.
Freue mich schon auf das Nächste. Startnummernrückgabe ging noch länger als das Abholen. Also da können die noch drauf aufbauen. Die Kekse haben es wieder gut gemacht :).

Großer Dank an alle Helfer, Fotografen und Polizisten ;) und natürlich an Chris für den Support und Möhrenkuchen danach.

BÄHHHHHMMMMM… so ging das die ganze Zeit – Foto: Mani Wollner

Sonntag, 15. März 2015

Schmolke Carbon Cup 2015 – Platz 3!

Mein 2. Elite Lizenz Rennradrennen: Schmolke Carbon Cup 2015 – Moos Weiler

Fakten: 
• 3,8 km / Runde
• 1:07:20 Rennzeit
• 35,3 km/h
• 39,9 km
• 335 Hm

Ergebnis: Platz 3


Valentin, Markus, Matthias & ich – ready to race!!
Ziemlich spontane Aktion. Die Idee kam von Markus ein paar Tage vorher und nachdem ich mächtig Bock auf Rennluft habe, war ich gleich dabei.

Meine Wintervorbereitung war abwechslungsreich. Ich war paarmal Skaten und eine Woche auf Lanzarote mit dem Kenda DMC-Team. Der Aufbau fühlt sich gut an, das Training geht mehr in Richtung Kraft, was mir zugute kommt.

Schaui-Loipe auf dem Notschrei. Perfekte Bedingungen für die Saisonvorbereitung.

 Der Renn-Samstag sah so aus: 
• 8:45-9:45 Uhr rollen. Beine ganz okay, Puls auch, Wetter super, bisi kalt – läuft.
• Danach frühstücken: Brezel, Butter, Sprossen, Apfel, Orange – same-same.


Kressesprossen – Geheimnis Nr.1 – Seit 4 Jahren keine Grippe mehr. Gegen Stürze hilft's leider noch nicht ;)

• Carbon-Laufräder mit geklebten Schlauchreifen von Kenda in die neue Race-Maschine FUJI Altamira.Thanks Kenda DMC!
• Rad + Klamotten ins Auto und ab zu Markus nach Kirchzarten. Dort umladen und mit Physio Valentin und seiner Frau auf den Weg nach Moos, einem Ort am Bodensee, den das Navi auch nicht gleich findet. Dennoch ne Reise wert.

Start um 14:20 Uhr. Elite Frauen mit den U17 Männern, U19 Juniorinnen, Senioren 2,3 und 4. Ganz schöner Trupp. Ich hab's mal wieder nicht geblickt und stand seelenruhig im Mittelfeld. Dachte die Frauen starten gesondert aber bei solch kleinen Rennen sind ja nur +-10 gemeldet. Dann ging es also los und sogleich das gewohnte Stopp and Go, Antritt und Vollbremsung, volle Konzentration. Auf der Geraden wurde geschlumpft, nach der Spitzkehre angetreten wie blöd.

Neues Bike=top! Neuen Bont-Schuhe haben den Härtetest überstanden! Mit Winsoles von Jens Machacek top ausgerüstet!

Die kleine Rampe hoch alles was ging. Ich war am Anfang ziemlich zurückhaltend und bin auf Sicherheit gefahren. Irgendwann war ich dadurch aber am Schluss der ersten Gruppe, die sich in Runde 3 oder 4 gebildet hatte und fightete wie blöd um immer wieder den Anschluss zu halten. Ich wusste, dass ich weiter vor musste aber es klappte nicht und ich wollte nicht zu viel riskieren. Immer wieder platzen Leute weg. Ich war voll im Tunnel. Genoss das kompakte Gefühl auf dem Rad, konzentrierte mich aufs Schalten und die Kurven und wunderte mich selbst über meine unermüdlichen Antritte.


Die kleine Rampe hatte es in sich :) STRAVA

Am Ende tat die Rampe richtig weh und zweimal schaltete ich auch aufs kleine Blatt. Die Beine brannten wie Hölle und blöderweise war noch eine Konkurrentin um mich, die mir später erzählte, dass sie satte 6! Stunden aus Walding in Österreich angereist sei! Sie hat nachher den Sprint gewonnen, ist einfach bissel schlauer gefahren und meine Beine waren ganz schön leer. Das es um Platz 2 ging war mir überhaupt nicht klar. Keine Ahnung wer da wo war bei so vielen Leuten. Nadine Rieder gewann, sie hatte sich immer vorne aufgehalten. Die Siegerehrung habe ich verpasst ich Trottel :).

Nach unserem Rennen war das ABC Rennen und Markus sogleich in einer 4er Spitzengruppe. Leider konnte er mit Georg Egger nicht viel ausrichten gegen 6 Mann von rad-net aber super Training war's trotzdem.

Ich danach noch mit Matthias Hägele ne Runde am See entlang gefahren – Leute, das lohnt sich! Aber dann blöderweise die Zeit und Strecke nicht im Blick gehabt. Wollte ja zum Rennende von Markus zurück sein. Ich also rechts weg, Matthias weiter. Aber dieser scheiß Berg wollte nicht enden und meine Beine waren so hardcore am Ende, dass es einfach nur weh tat. Ich konnte nicht mehr, wollte mich auf den Boden setzen, hab mich lauthals über mich selbst aufgeregt, mein Handy kein Empfang, kein Trinken, kein Essen. Ich bin völlig panisch den Berg hochgehämmert. Bin gestorben. Das war schlimmer als das Rennen vorher. Die Abfahrt runtergejagt, Sprint auf der Geraden, das Auto noch da, Markus auch… puh. Ich war am Ende. Gutes Training würde ich sagen! :)))