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Dienstag, 22. August 2017

Meine Einstimmungstour: "😱 Da können Sie nicht hoch!!"

Perfekte Einstimmung auf das Abenteuer finde ich hier in Tannheim, wo ich Zwischenstation mache und mich im Hotel Sägerhof verwöhnen lasse. Den Hotelgutschein habe ich beim Radmarathon vor ein paar Wochen gewonnen und es ist herrlich, sich so einzugrooven! Das Zimmer ist riesig und schön, ich habe hier totale Ruhe, das Essen ist lecker, die Sauna toll. Es bleibt kein Wunsch offen und ich möchte mich ganz lieb bedanken für die tolle Zeit. Wer hier ein Hotel braucht, sollte schauen, ob die was frei haben. Ich kann es nur empfehlen!



Schöner geht's einfach nicht! Lucky girl…

Heute gab es zudem eine Tourenempfehlung vom Chef aber wenn man wie ich das Gefühl hat, dass sich jede Alm gleich anhört, man sich eh keine Orte merken kann und zudem die falsche Karte auf dem Garmin hat, die nur die größten Straßen anzeigt, dann Obacht! Dann sollte man sich alles aufschreiben, denn sonst irrt man so umher wie ich heute. 



Tolles Zimmer im Hotel Sägerhof

Erst voller Motivation im Turbomodus Richtung Vilsalpsee, kurz davor eine Straße hoch, bis es unsäglich steil und grob wurde, dann umgekehrt, nächster Anlauf etwas weiter hinten in Seehöhe (Anmerkung: richtig wäre ein viel früherer Aufstieg gewesen). Auch hier gleiches Spiel, nur das der Weg mini war und sau steil, zudem ungefähr 200 Leute abwärts im Gänsemarsch gingen. Hmm, wie sollte ich da hochkommen?! Unmöglich. Ich hab Leute angehalten und mir ne Übersicht verschafft. Hier war jedenfalls kein Durchkommen. Okay, wieder zurück und wieder die Straße hoch, denn Straßen werden doch gebaut, um mit Autos zu Almen zu fahren oder? Nein. Diese nicht. Oben am Schotteranfang Leute getroffen: „😱 Da können Sie nicht hoch!! Das ist ein Klettersteig!“. So schnell gab ich aber nicht auf, weiteres Pärchen angehalten. „Nein, also das geht nicht mit dem Bike!“ Ach menno. Ich hasse umdrehen aber da war nichts zu machen. Also Plan B auf der Karte des netten Herrn gesucht. Okay, runter zum Haldensee und die Schotterpiste hoch.

Fast wie 'n E-Antrieb 😉 Centurion Numinis Carbon CX Team.29 😍

So sah's aus… me and my bike and lot's of mountains around

Ging steil hoch aber wurde belohnt!
Meinen Riegel hatte ich schon gegessen, bevor es richtig losging 🙈. Tja, so ist das manchmal…

Der Weg war schön, auch schön steil aber ich hab’s genossen und die Kulisse war wie aus einem Film. An einem kleinen Wasserfall die Flasche aufgefüllt und bissel geschmunzelt, wenn die Leute meinen E-Antrieb gesucht haben. 😎

Ich hab auch sogleich meine Actioncam testen wollen aber der Film später vom Downhill zeigt nur meine Beine 😆. Also kein Film heute. Jo, ich übe noch…




Beim Aufsteig Stopp am kleinen Wasserfall, um die Flasche wieder aufzufüllen

Oben dann zur Gappenfeldalm, wo ich erstmal nicht mehr weiterkam, bzw. die Trails in beide Richtungen hart aussahen. Wieder einen gefragt. Ein netter Offenburger kam zu Hilfe. Hab dann den Trail zum Neunerköpfle genommen, der teils echt hart an der Grenze war. An paar verblockten Stellen musste ich mein Rad tragen. Richtig flowig war’s nicht. Aber das letzte Stück auf dem Erlebnispfad des Neunerköpfles war einfach cool. Ich hab’s total genossen, saß am Gipfelkreuz ganz alleine, nur umrundet von ein paar Paraglydern. War herrlich dort.

Traumhaft… Neunerköpfle Gipfelkreuz
Als hätte ich ein Händchen für falsche Wege, bin ich auf der Abfahrt promt auf der Skipiste gelandet und fast senkrecht runtergerutscht. Natürlich voll in einen Weidezaun, der glücklicherweise ohne Strom war! Das wär’s noch gewesen 🤣.
Danach ging der Wanderweg eng und wurzlig in spitzen Kehren bergab. Es kam kein Flow auf, ich bin ganz schön viel gelaufen, wollte ja nicht auf der Nase landen. Dennoch einmal voll auf dem Matsch weggerutscht und ne Schnalle vom Schuh abgerissen. Blöderweise die, mit der man ihn aufmacht. Egal, ich lasse mir was einfallen. 



Morgen geh ich wandern, das klappt sicher besser. Die Route ist auf dem Garmin, ne neue Karte auch runtergeladen und an Motivation mangelt es keineswegs. Danach geht’s weiter nach Hopfgarten. Ich freu mich auf die anderen und noch mehr auf geile Touren! 




Eure Reb
Montag, 24. Juli 2017

Bodensee Megathlon – 5 Premieren an einem Tag oder Partyrace mit Bergtrikot der anderen Art

Premiere #01: 1. Megathlon
Premiere #02: 1. Staffel-Wettkampf
Premiere #03: 1. Mal vor nem Rennen im Zelt gepennt
Premiere #04: 1. Mal Zweite und Vorletzte in einem Event 
Premiere #05: 1. Mal auf ner Luftmatratze geschlafen, die zum Schlafen völlig ungeeignet ist

Mein Team: Stuttgart City-Girls. Kannte vorher keinen. Spontan eingesprungen.
Meine Aufgabe: 2. Part, also Rennrad: 42 km/600 hm
Meine Leistung: 1:17 Std. – damit 2. schnellste Frau, 72. Gesamt, 157 Leute überholt! Check Strava
Meine Vorbereitung: 220 km vor 2 Wochen, Erkältung, Dowhnhill + Dirtpark am Samstag, Ü33-Party am Vorabend, Zelten auf der Matschwiese, no sleep.

Spontanität wird belohnt! So ein toller Tag beim Bodensee Megathlon!

Ich glaube, das muss ich nochmal üben :))) ©Sebastian Garbe

Mein Team kannte ich nicht, nur Henning aus dem Stuttgarter Männerteam, der mich 2 Tage vorher fragte, ob ich beim Mädelsteam aushelfen könnte. Klar! Spontane Aktionen sind ja genau mein Ding und da ich nichts vor hatte, habe ich zugesagt!

Blöderweise hatte ich mich total erkältet und mehr als wandern, arbeiten und chillen war Anfang der Woche nicht drin. Zählt Radfahren in die Stadt auch als Training? Dann am Donnerstag 2x 5 km und am Freitag ne kleine Runde, auf der ich schon wieder bissel Bums hatte. Hab mir einfach gesagt, dass der Radmarathon mit 220 Kilometern vor zwei Wochen zündet💪, Erkältung hin oder her. Niemand machte sich Sorgen über meinen Leistungsstand, denn mein Team hatte schon vorher wenig Siegesambitionen. OKay… kein Druck ist auch gut aber so ganz ohne Siegeswillen stehe ich eher selten am Start – oder sagen wir NIE! Damit war aber auch klar, dass die Ü33 Party unsere Nacht wird!

Mit dem Bergtrikot der etwas anderen Art in die Race-Vorbereitung

Meine Party- und Race-Vorbelastung habe ich am Samstag mit dem No Pogo auf der Borderline gemacht. Bissel Downhill kann nie schaden. Danach ist man zumindest einmal komplett durchgerüttelt und happy. Als Lady-in-Red gings mit bester Stimmung nach Radolfzell, um mit meiner nicht-ambitionierten neuen Crew weiterzushaken. Also sagen wir's so: von 10 Leuten waren nur 3 am Start und das waren die drei mit den meisten Ambitionen. Irgendwas stimmte hier nicht. Ich will keine Werbung für Prerace-Partyaction machen aber wenn man Spaß und Output zusammenrechnet, war das die richtige Mischung. Zumal es vor dem Festzelt in Strömen schüttete, stürmte und gewitterte, und wir eh keine Chance sahen, zu unseren Zelten auf der Pferdewiese zu kommen. Also wurde halt weitergefeiert. Komischerweise hatten sämtliche Partygänger um uns rum pinke Bändchen, nur wir die orangenen Teilnehmerbänder. Irgendwas war hier faul… 👀🍻.


Mit meinem Renner ging's auf Überholjagd 😎 157 Leute waren meine Beute.

Meine Nacht auf der Pferdewiese war nichts für Pussis. Sie war kurz, kalt und hart. Ich fühlte mich wie im Survivalcamp für Großstädter: Matsche, wohin man auch trat, aggressive Mückenschwärme, die ihr Feuchtbiotop verteidigten und immer wieder Regen. Ich hätte meine schicken Keilsandalen zu gerne gegen kniehohe Gummistiefel getauscht, denn ich weiß nicht, ob sie den zweiten nächtlichen Toilettengang durch das Matschloch überlebt haben. Ich trau mich gar nicht mehr sie aus der Plastiktüte zu fischen.

Ich, als altes VW-Bus-Kind, bin ja einiges gewohnt, aber die Nacht im Zelt habe ich definitiv unterschätzt. Meine Luftmatratze ist was für den See aber zum Schlafen richtig kacke und war auch irgendwie zu platt, so dass immer ein Knochen auf dem Boden lag und die eisige Kälte in den Körper strömte. Ich bin ja echt ne Heizung nachts aber die reichte nicht für den Sommerschlafsack bei kaltem Dauerregen. Also hatte ich irgendwann dann doch ne Jacke an und hab den doofen Schlafsack zugemacht, was zur Folge hatte, dass meine Knie eklig aufeinanderscheuerten.

Morgens dann die Schlacht um das einzige Mini-Waschbecken im Toilettenwagen. Was passiert, wenn man sich mit zu vielen Frauen so einen Ort teilt? Genau, das erstbeste Teil fliegt in die Kloschüssel. Meine Wimpernzange. Scheiße, heute also keine schönen Wimpern… erstmal ne Runde angeln 😂💩. Doch zuviel Tussi für so einen Ort?

Da hat er noch gelacht. Henning ist trotz Bänderriss zu schnell geschwommen, sonst hätte ich ihn viell. noch gekriegt 😉

Frühstück gab's dann im Festzelt mit Marcel, meinem männlichen Team-Pendant in Sachen Rennrad-Part. Mein Zeitlimit-Gegner. 1:20 Std. war die Marke, die es galt zu schlagen oder ihn einholen. Das war eher mein Ziel 😉.

Bissel Sorgen machte ich mir nur um unsere Schwimmerin, die, wie alle anderen auch, 15 Minuten im Badeanzug im Wasser des Bodensees auf den Start warten musste. Morgens um 8 Uhr. Brrrrr…

Morgens um 8:00 Uhr der Schwimmstart

Danach ging die Warterei in der Wechselzone los. Warmfahren gab es ja nicht, was auch ungewohnt war. Die ersten Schwimmer kamen reingelaufen, suchten ihre Partner, irrten teilweise völlig planlos umher. Dann Henning vom Männerteam, der trotz gerissenem Band im Fuß, ne Top-Zeit geschwommen ist und humpelnd reinkam. Als dann Melli kam, hat er sie abgefangen aber sie bog zu früh ab. Wildes Rumgerenne, Transponder-Gefummel und dann mit dem Renner in der Hand über die Wiese. Ich hatte Adrenalin in den Adern und Bock. Also los. Von 0 auf 100.

War gar nicht so einfach den Platz beim Wechsel wiederzufinden– ich gehörte auch zu den Planlosen 😂

Erstaunlicherweise waren um mich rum einige motivierte Fahrer, so dass sich schnell eine Gruppe bildete und wir kreiselten. Ich bin auch meinen Part in der Führung gefahren und konnte sogar paar Mal aufschließen. Es lief top, auch wenn meine Erkältungsreste in der Lunge röchelten. Meine Aufholjagd begann.

Im Vergleich zu anderen Rennen waren die Fahrer um mich rum echt cool drauf und ich hatte Spaß. Vielleicht, weil die nicht so verbissen sind bei so einer Hobbyveranstaltung. Keine Ahnung. Super Teamwork. Ich überholte Leute und mehr Leute. Am Ende 157 Leute! Den Berg bin ich im kleinen Gang hochgestrampelt. Am Schluß nochmal Windschatten und ein super Zugpferd. Danke nochmal! Allerdings hab ich da einen Fehler gemacht, denn die letzten 5 Km Vollgas haben bei der anschließenden Lauferei durch die Wechselzone voll reingehauen. Also das mit dem Triathlon überlege ich mir nochmal 😂. Lustigerweise bin ich dann auch noch völlig planlos zur erstbesten Frau gerannt, die wild gestikulierend gerufen hat. Es war blöderweise nicht meine Inlineskaterin, sondern die von meinem letzten Zugpferd. Ich war in ner völlig falschen Reihe. 🙈 Hab mein Rad hingeworfen und bin zur richtigen Person gerannt. Eijeijeie. 1:17 Std. mit Wechsel. Marcel hatte ich leider nicht eingeholt.😉

Stuttgarter City-Boys und -Girls: ich ersetzte Kerstin, die hier vor mir steht😁

Bis zur Mountainbikerin lief alles gut. Doro kam und kam nicht und je länger wir warteten, desto mehr machten wir uns Sorgen. Am Ende hat sie den Laufpart schon in ihrer Disziplin übernommen, nämlich genau 10 Kilometer ist sie mit Bike bis ins Ziel gerannt. Der Grund: sie hatte einen Platten aber keinen Schlauch, denn ihrer war so fett, dass er nicht ins Trikot passte und irgendwie war da auch keiner, der ihr mit einem Schlauch aushelfen konnte oder lag es daran, dass sie immer "Reifen" statt "Schlauch" sagte??! (Sorry Doro, aber den musste ich bringen😄😘) Man weiß es nicht. Wir waren am Ende einfach alle froh, dass nichts passiert ist und nächstes Mal gibt's davor Pimp-my-Bike-Coaching mit mir 😀.

Metzler landet mit seinem Team auf dem Podium! Glückwunsch! Pic:©Sebastian Garbe

Es war wie immer super cool die wilde Sauser Crew zu treffen – bestes Orga-Team der Welt – neben der Wäldercup-Crew (sorry Rik 😘). Tolle Stimmung und immer top organisiert! Ich mach' da jedenfalls wieder mit. Vielleicht sogar als Einzelstarter nächstes Jahr. Wäre jedenfalls wieder ne Premiere 😜. Eure Reb

Beim Anfeuern an der Strecke



Henning trotz Verletzung mit super Zeit! Foto: SZ – Bericht vom Südkurier gibts hier

Dienstag, 11. Juli 2017

Rad-Marathon Tannheimer Tal – 220 Km Platz 4

Wie immer erstmal die harten Fakten des Rad Marathons Tannheimer Tal: 

Strecke: 220 km, 3500 Hm
Zeit: 7:15 Stunden
Rad: Centurion Gigadrive Disc 4000 
Ergebnis: 4. Platz (AK 3)
Wer's noch genauer wissen will: Strava weiß alles!

Mit dem neuen Renner auf Rekordjagt. ©Kilian Kreb Fotografie

Die Vorgeschichte: Heuer, wie man hier in Tirol so schön sagt, bin ich erst ein einziges Rennen gefahren, nämlich den super lässigen Michelstädter City Cross am Pfingstmontag. Das war genauso spontan wie die Aktion gestern und endete auch mit einem 4. Platz. Sicher haben sich manche gefragt, wieso ich nach den Crossrennen im Dezember nichts mehr gefahren bin. Schlichtweg, weil's nicht mehr ging. Ich hatte am 1.1. einen fiesen Hexenschuss, der mich jetzt 5 Monate gequält hat, richtige Belastung war unmöglich. Hinzu kamen private Schicksalschläge, die mir auch den Stecker gezogen haben. Umso schöner war das Erlebnis vorgestern.

Start noch mit Verena und Vanessa im WNT Trikot
 
Das hatte ich in meinem Glücklos gestern :-)! Jeden Tag ne neue kleine Geste, Danke Haus Grad

Das Bild oben beschreibt eigentlich ziemlich genau meine Lebensphilosophie und auch wenn es immer etwas Überwindung kostet und ich mich selbst auch in unzähligen Ausreden wiederfinde, so ist es doppelt schön, wenn man sich am Ende getraut hat.
Jo, ich gebe euch recht, das Ziel war dieses Mal echt verdammt weit hochgegriffen und ich hatte auch ein wenig das Gefühl, dass ich jetzt völlig durchdrehe aber es gab ja praktisch keine andere Wahl :). Ich war gemeldet auf der 130 km-Strecke aber irgendwie fühle ich mich einfach noch nicht nach Radtouristik. Sobald ich Rennluft rieche, fängt bei mir die Schnappatmung an und dann dreht die Maschine hoch. Einmal Racer, immer Racer. Außerdem wollte ich endlich mal die 200 knacken. Meine längste Ausfahrt waren 165,5 Km nach Offenburg zum 24h Rennen. Flach. Keine 3500 Hm. Ich hab am Samstag umgemeldet. Zack, damit war's besiegelt.

Riedbergpass alleine.

Die Veranstaltung hier schien perfekt, um solch eine verrückte Aktion zu starten. Ich liebe das Tannheimer Tal, Allgäu, Tirol. Es ist wunderschön hier, die Berge geben Geborgenheit aber engen nicht ein, im Februar war ich hier zum Skaten und Skifahren und auch da schon fand ich es super. Ich war ja erst vor paar Wochen drüben in Kempten und bleibe jetzt noch ein paar Tage hier, will wandern und biken, die Speicher wieder auffüllen. Arbeiten werde ich auch, mein Laptop ist am Start und das Internet funktioniert in meiner Pension super.

Landschaftlich einfach der Hammer! Wunderschönes Tannheimer Tal…

Nachdem ich vor paar Wochen mit meinem neuen Hobel den Mont Ventoux gleich 3x niedergekämpft habe und mich danach noch aufrichten konnte, war für mich klar, dass ich es schaffen kann, wenn der Rücken hält. Vorbereitung hatte ich keine, Trainingplan gibt es schon lange nicht mehr. Ich fahre nach Wetter, Lust und Laune, nach Auftragslage und Gefühl. Die Dinge haben sich in den letzten 1,5 Jahren total verändert. Manchmal fahre ich Vollgas, weil es Spaß macht oder ramme einen Berg hoch – das sind meine Intervalle.

Steile Rampen am Riedbergpass. Schöne 16%

Anreise: Freitag hab ich mein kleines Auto vollgepackt mit Bike, Rennrad, Wanderschuhen und Co. Markus, vom Berger Hof, der gleich ums Eck ist, und bei dem ich im Frühjahr übernachtet habe (Frühstück, Cappucchino und der Rund-Um-Service sind nicht zu toppen – für alle Sportler DIE Location!) hat alles weitere für mich organisiert, selbst mein persönliches Geleit zum Start und zwar mit den Local-Heros: Vanessa und Mirko Pfauth. Mega nett!! Danke. Er war leider schon ausgebucht aber hier fühle ich mich auch sehr wohl und meine Gastgeber sorgen dafür, dass es mir gut geht.

Start: Aufgrund meiner Spontanentscheidung gab es wenig Zeit zum Überlegen, ob das jetzt klug oder dämlich war und so habe ich abends meine Kartoffeln gekocht und wollte um 21 Uhr ins Bett, was natürlich ein schöner Versuch war, aber für mich praktisch unmöglich. Start um 6:00 Uhr ist fies. Nach 4 Stunden Semi-Schlaf, vorgekochtem Reis mit Apfel-Bananenmus zum Frühstück (um 4:45Uhr!), ging es um 5:30 Uhr mit Vanessa und Mirko zum Start. Mirko hat mich wie selbstverständlich in den ersten Block katapultiert und den Ordner besänftigt. Ich kann mich gar nicht oft genug dafür bedanken. Nicht selbstverständlich, wenn die Freundin auf Sieg fahren will. Großes Merci!!

Manchmal bissel bucklig unterwegs aber das Lachen stirbt bekanntlich zuletzt ;)

Mirko ist in seiner Rolle als Wingman voll aufgegangen und hatte größten Spaß. Ich konnte natürlich auch davon profitieren, da es am Anfang echt brutalst zur Sache ging und ich das Ganze überhaupt nicht einschätzen konnte. Die kleinen Rampen wurde hochgeknallt, dass alles zu spät ist und Zurückhaltung ist ja auch nicht meine Stärke, so dass ich paar Mal alleine im Wind war und wieder raussnehmen musste. Scheiß Mountainbiker-Allüren halt :D. Nach 30 Minuten Regen. Viel Regen. 2 Stunden Regen. Die Männer fein ihre Regenjäckchen ausgepackt, die Ladies ohne. Klar :D. Zum Glück blieb es warm und ich schluckte fröhlich das Wasser, denn trinken kann man ja nie genug in so nem Rennen. Da ich keinen Betreuer hatte, war das eh so ne Sache.

So lustig hab ich's gar nicht in Erinnerung! :D

Im Regen kam mein neues Rennrad mit seinen Features voll auf seine Kosten. Viele fragen ja, wie ich die Disc-Bremse finde und ich würde sie nicht mehr tauschen wollen. Ich hatte ganz klar einen Vorteil und wenn das Rennen nur bergab gegangen wäre, hätte ich mich sicher weiter vorne eingereiht. Einfach zuverlässig, Bremskraft auf den Punkt, nicht einmal weggerutscht. 25er Bereifung. Perfektes Geschoß.

Im Regen das perfekte Rad mit Disc!!

Leider gab es nicht nur Abfahrten, sondern Berge, viele Berge, 3 harte Anstiege und 200 kleinere, die nicht minder weh taten. Am ersten Anstieg hoch zum Riedbergpass war ich noch in der Spitze aber musste Wingman mit seiner Siegerlady ziehen lassen, auch Verena und die Zweitplatzierte fuhren an mir vorbei. Meine Beine taten weh, der Rücken blockierte den rechten Obenschenkel. Ich musste rausnehmen. Hab mir gut zugeredet und bin unrund weiter hoch, auch wenn ich das doofe Gefühl hatte, von allen überholt zu werden. Virtuelle Wingmänner sind auch top aber live wäre das nochmal was anderes gewesen. Ich sagte mir aber immer wieder, dass auch dieser Berg zuende gehen wird und ich es schaffe. So war es am Ende ja auch. Oben Blasmusik aus Einhörnern. Ihr Tiroler seid's schon ne Gauditruppe!! :D Sehr geil.

Hab ich da nen Stau verursacht? :D Sorry! Hochtannbergpaß.

Nach der Abfahrt fuhr ich in einer Gruppe aber es war schon schwer, da dranzubleiben. Ich lies die Führung aus und reihte mich immer wieder hinten ein. Sobald es zum langen Anstieg auf den Hochtannbergpass ging, musste ich abreißen lassen und mein Tempo fahren. Mühsam so alleine aber ich war guter Dinge, der Rücken hatte sich etwas entspannt, die Umgebung war traumhaft schön. Hab immer wieder von 10 runtergezählt, keine Ahnung wieso. Im Takt getreten. Bis oben. Die Aussicht war toll, so eine coole Straße! Okay, mit Gegenverkehr und überholenden Autos und Motorrädern ist es manchmal nicht mehr so entspannend aber im Großen und Ganzen ging's und die Streckenwärter haben einen tollen Job gemacht! Danke! Super fand ich auch, dass es Flaschen und Gels an der Verpflegung unten gab.

Berghoch quälte ich mich schon ein wenig, die Finger waren voller Gel und ehrlich gesagt wäre ich jetzt gerne durch den Zielbogen gefahren aber ich hatte erst 130 Km auf dem Tacho! Au weia, doch ne dämliche Entscheidung? Kleines innerlichen Ringen, die Suche nach ner Abbiegemöglichkeit oder die Überlegung, bei dem 1,90€-Cappuccino-Schild einfach anzuhalten, gingen mir schon durch den Kopf aber dann fing ich halt wieder das Zählen an: "10,9,8,7,6,5… auch dieser Berg wird irgendwann zu Ende sein. Alla hopp!" Ich hab's irgendwie hoch geschafft, oben volle Kanne im Wind, alleine auf weiter Flur. Ausblick grandios! Kein Regen mehr. Tolles Gefühl.

Was freute ich mich auf die Abfahrt! Hatte auch ne Weile einen vor mir, der mir Windschatten bot. Dummerweise habe ich an der Verpflegung oben die Flasche nicht gekriegt, ich war einfach zu schnell und mein Hirn zu langsam. Sie flog voll auf den Boden. Vielleicht wäre es besser, die Verpflegung in der Ebene zu machen oder an einem kleineren Anstieg. Mein Trinken wurde knapp.

Letzter der 3 größeren Anstiege. Noch 20 Km bis ins Ziel. Da müsste ich die 200 drauf gehabt haben…

Wieder war ich alleine unterwegs. Ich sehnte mich wieder nach einem Wingman, den ich übrigens noch in keinem Rennen hatte. Da es in solchen Rennen aber Gang und Gebe ist, werde ich mir für die nächsten Male auch was überlegen. Platz 1 und 2 hatten einen oder gar mehrere. So kämpfte ich unzählige Kilometer alleine und war manchmal davon so erschöpft, dass ich den Gruppenanschluss auch nicht halten konnte oder an den Kuppen abreißen lassen musste. Das Lechtal zog sich. Viele Autos. Wieder ne Verpflegung. Ich wollte meine Gruppe nicht ziehen lassen und lies sie aus. Aber ohne Trinken geht der Motor ja auch aus, es war ein Dilemma. Die Gruppe verlor ich trotzdem. Hinter mir nichts außer Berge und vor mir noch 50 Kilometer. Es nahm kein Ende. Zwischendurch hatte ich aber auch ein tolles Gefühl und fuhr tief im Unterlenker. Ne Wahl gab es nicht. Durchhalten. Beißen. Treten. Dann ne 9er Gruppe von hinten. Vorher noch ein Stück Riegel, ich fühlte mich wie ein eingeholter Ausreißer bei der Tour de France. Wieder ein Stück Windschatten und mörderisches Tempo. Aber nichts mehr in der Flasche. Ich musste raus zur Verpflegung. Dort war gerade jemand mit einem Becher am Hahn und ich bin fast durchgedreht vom Warten. Der Strahl kam gefühlt auch so langsam, dass ich nur die halbe Flasche füllte und weiter fuhr. Dann kam der 3. Anstieg. Zwar nicht mehr so lange aber immernoch zu lange für mein Gefühl. Die Höhenmeteranzeige von meinem Garmin zog sich und mit jeder Spitze dachte ich, dass es danach runter gehen würde aber dann kam die nächste Spitze. Aber auch der Berg ging zu Ende.

Letzten 10 Km Richtung Ziel - Walchensee

Am Ende noch mal abwechselnde Führung mit einem anderen Fahrer. Vor der Wende hatte ich keine Kraft mehr an seinem Hinterrad zu bleiben, ich war komplett leer. Aber das Ziel war nah. 7:15 Stunden saß ich im Sattel. Wahnsinn. Das Gefühl danach war unbeschreiblich. Auf den letzten Metern kamen alle Emotionen hoch, meine letzten 3 Wochen waren so hart und ich war in dem Moment so stolz, dass ich es geschafft hatte. In so einem Moment fließt so viel Energie zurück und obwohl man kaputt ist, tankt man innerlich auf. Vanessa Perktold hatte grandios im Sprint gewonnen (Glückwunsch!), der Wingman–mit-Happy-End-Garantie war stolz wie Bolle und die Sonne lachte vom Himmel. Was ein Tag.

Danach ging es zur Siegerehrung, von dort ins Bräuhaus und noch später dann zum Berger Hof, wo die beiden Paralympiker Steven Peace und Hans-Peter Durst nächtigten. Wir begossen unseren Tag mit Haselnußschnaps und Rotwein. Es war herrlich und war mir eine Ehre mit solch coolen, ehrgeizigen, erfolgreichen und interessanten Menschen den Tag ausklingen zu lassen. Es wurde spät und war ein besonderer Abschluss.

Die Strecke lohnt sich. Nicht nur im Rennen…

Danke an den Tourismusverband Tannheimer Tal für die tolle Organisation und die Chance auf ein bleibendes Erlebnis, vor allem an Steffi Roth, die mir bei der Zimmersuche und allem anderen half.

Danke an meinen Physio Sebastian Richter vom Körperwerk in Freiburg. Ohne Dich wäre das nichts geworden.

Der Tag danach war weniger schlimm als ich dachte und selbst ein kleiner Berglauf zu den Kühen oben war machbar. Vielen Dank an Klaudia Grad für die kleinen Aufmerksamkeiten, für das Glückslos, die Massagemöglichkeit und den Riegel heute Morgen. Am Donnerstag soll es schön werden, da werde ich wohl das Bike auspacken und die 3-Hütten Tour fahren.
Eure Reb

Gestern auf der Hydromassageliege hier im Haus Grad. Überwasser-Massage für die lädierten Muskeln. Top!
Mittwoch, 31. Mai 2017

Centurion Gigadrive Disc 4000 und 3x Mont Ventoux!

Der Mont Ventoux – Gigant der Provence –gilt nicht umsonst als einer der legendärsten und schönsten Tour de France Gipfel und genau dort wollte ich mein neues Rennrad testen: ein Centurion Gigadrive Disc 4000, das am Vortag ankam. Danke Centurion!!

Und die Tour sollte es in sich haben, denn geplant waren alle 3 Anstiege zu bewältigen, also am Ende waren es laut meinem Garmin 130 Kilometer und 4139 Höhenmeter (> Strava). Jo, ziemlich hart für mich und das neue Bike und zudem ne Premiere, was die Höhenmeter anbelangt. In den Club des Cinglés bin ich leider nicht gekommen, das hätte ich 15 Tage vor dem Versuch anmelden müssen aber vergessen werde ich die Tour so oder so nicht mehr.

Am Vortag noch ohne Rad :)

Die Reise dorthin war fast genauso mühsam wie nachher die vielen Höhenmeter aber es hat sich allemal gelohnt! Wunderschöne Gegend, die Sonne brannte und kaum Wind warteten am Zielort. Vor lauter Rad-Test-Vorfreude wurde die Unterkunft-Suche vertagt aber am Ende war das ein Glücksgriff, denn das Mas des Olives ist ein absoluter Traumort. Ich fand's mega dort und jeder, der sich bissel was gönnen will, sollte es testen. Selten einen Aufenthalt an so einem schönen Ort mit so vielen interessanten und inspirierenden Menschen verbracht. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen!

I love it! Centurion Gigadrive Disc 4000

Viele würden jetzt natürlich denken, dass man bei so nem Trip nur leidet und ja, viele leiden. Bei mir war es nicht so. Natürlich ist es kein Spaziergang und ich bin auch vorher noch nie so viele Höhenmeter gefahren aber ich glaube, man muss mit der richtigen Einstellung da rangehen und wenn dann noch die Sonne scheint und man ein geiles Rad unterm Hintern hat, läuft die Kurbel von ganz alleine. Okay, nicht ganz – ich habe pro Anstieg 2 Flaschen Iso und Wasser getrunken, etliche Mandelnugat-Kugel und unzählige Kekse oben gegessen, 2 Riegel, 3 Gels und ne Cola.

Einfach magic dort oben…

1. Anstieg – Bédoin: Direkt vor der Haustür ging's los und schon allein die Massen, die am Feiertag da hochfuhren, ließen die Beinchen rotieren. Ich hatte absolutes Rennfeeling und überholte einen nach dem anderen. Für mich ist das der schönste Anstieg. Die Straße ist bunt bemalt mit Werbung oder motivierenden Sprüchen und man fühlt sich als Teil der Tour de France. Nur die Teilnehmer waren hier andere: dick, dünn, alt, jung, auf einem Klapprad oder Inlinern. Es wurde geflucht, gejammert, gekämpft und gelacht. Manche haben ihr Rad geschoben, hatten Krämpfe oder sind oben vor Erschöpfung fast umgefallen, andere in Renntempo vorbeigeflogen. Glücklicherweise war eine fette Wolke genau über dem Gipfel, so dass dieser immer im Schatten lag und 16 Grad oben waren äußerst angenehm.

Unverkennbare Tour de France Geschichte überall

Mit der 11-32 Übersetzung war ich bestens aufgestellt und ich fühlte mich auch nach den ersten 1500 Höhenmetern super. Die erste Abfahrt war schnell – max 95,4 km/h! – und machte richtig Laune. Das Rad lag wie auf Schienen in den Kurven, kein Flattern, kein Ausbrechen. Die Disc-Brakes zuverlässig. Zu keiner Zeit hatte ich Bedenken oder ein ungutes Gefühl.

In jede Richtung Weite ohne Ende

2. Anstieg – Malaucène: Unten Flaschen aufgefüllt und gleich wieder hoch. Ich fand diesen Anstieg etwas mühsam zwischendurch. Es waren kaum Leute unterwegs und somit kam kein Race-Enthusiasmus auf. Die vielen 11% Steigungen fand ich etwas zäh, vielleicht lag es auch an der Mittagshitze. Die letzten 2-3 Kilometer waren dafür umso schöner. Sobald es kahl wird und die Mondlandschaft zum Vorschein kommt, fühlt man sich wie in ner anderen Welt. Einfach ein besonderer Ort. Oben etwas weniger los, die meisten machten wohl nur einen Anstieg ;).
Danach wartete eine mega lange Abfahrt nach Sault. 26 Kilometer Vollgas.

So sah es aus am 2. Anstieg

Bei Aufstieg Nr. 2 war's etwas ruhiger am Keksstand :-)

3. Anstieg – Sault: Jetzt musste ne Cola her. Und zwar eine mit Zucker! Ehrlich gesagt hatte ich schon etwas Bammel. Mit 5-6% war der zu Beginn echt easy aber mach' das mal über 26 Kilometer! Irgendwann schwinden einfach die Kräfte. Die letzten 6 Kilometer waren zudem noch in einer fetten Wolke, die einem die Sicht nahm. Ich konnte den Gipfel im Nebel nicht erkennen und es zog sich hin.
Vor mir einer, der sich kaum noch auf dem Rad halten konnte. Seine Jungs schoben ihn nebenher laufend den Berg hoch, er schien fast umzufallen, sobald sie losließen. Aber er hat's geschafft und wurde oben gefeiert. Tolle Momente da am Berg. Schade, dass der letzte Aufstieg nicht mit einem tollen Ausblick belohnt wurde aber dafür mit einer, der schönsten Abfahrten überhaupt. Nur geil!!

Der Gipfel voll in der Wolke bei Aufstieg 3

Besonders schön war der anschließende Abend im Mas des Olives. Bei Nudeln mit Pesto, Salat und Rotwein wurden Radstories ausgepackt und neue Freundschaften geschlossen. Danke Karin und Daniel für diesem Abend! Spätestens im Oktober will ich wieder dort sein. Da wird es dann vielleicht etwas härter ;).

Wunderschöner Ort zum Verweilen: Mas des Olives

Lohnt sich auch: Gorges de la Nesque – einmal rund um den Mont Ventoux > Strava

Final Tourencheck :)


Kneippen am Vortag hilft vielleicht auch :D
Freitag, 12. Mai 2017

Servus die Wadln! Tirol, ich komme!

Ich werde Botschafter. Also besser gesagt bin ich es ja schon für Centurion und Continental – und jetzt halt noch für Tirol :-). Irgendwo muss man ja Bike und Reifen testen und wieso nicht dort, wo's eh am schönsten ist?! Es geht vom 23.8.-26.8. auf 4 Etappen mit etlichen Höhenmetern und den viel geileren Tiefenmetern mit ein paar anderen auf Tour. Bin sehr gespannt, was mich da erwarten wird.


Die Gegend rund um Kitzbühel war eine zeitlang wie ne 2. Heimat für mich, umso mehr freue ich mich, sie heuer (also sprachlich habe ich es schon drauf, wie Ihr seht ;)) auf dem Bike präsentieren zu dürfen. Dort bin ich das 1. Mal nach 16 Jahren wieder Ski gefahren und werde die erste Tiefschneeabfahrt wohl nicht mehr vergessen. Ab diesem Tag war Skitouring meine neue Leidenschaft und oftmals waren wir von Freitag Abend bis Montag Früh in den Bergen. Magic moments auf dem Gipfel, Rotwein aus der Thermoskanne, Kaiserschmarrn, Hüttengaudi und das schönste Alpenglühen der Welt sind mir im Gedächnis geblieben.

Ein paar Mal war ich dort auch schon mit dem Bike im Urlaub oder auf Rennen. So habe ich 2012 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion im benachbarten Saalbach-Hinterglemm bei den Hobby-Worldgames of MTB den Vize-Titel im Marathon und Cross Country geholt und zuletzt bei der schweren BIKE Transalp 2015 die Gipfel erklommen. Diese 7 Tage Kampf werde ich wohl auch nicht mehr vergessen. Wen es interessiert: Start BIKE TRansalp

Die Tour im August wird sicher sau schön –und nicht ganz so stramm wie die Rennen– und ich plane jetzt schon, noch ein paar Tage dranzuhängen. Verfolgen könnt ihr das Ganze auch auf dem Tirol Blog.

Bis dahin strampeln wir noch bisi durch den schwarzen Wald…
Eure Rebekka
Montag, 28. November 2016

LVM BaWü Cross : Platz 4 - Fight hart am Limit

LV-Meisterschaft Baden-Württemberg Querfeldein

Mein 4. Crossrennen und meine erste Landesmeisterschaft endet mit dem 4. Platz – passt irgendwie ;). Podest wäre schon feini gewesen aber leider verpasst.


Centurion Crossfire Carbon 3000


Die Fakten dazu findet ihr auf Strava

Zum Glück hatte ich die Strecke schon am Freitag mit Sönke angeschaut. Und schon da wurde klar, wie hart das Rennen werden würde, denn viele Teile waren auf der alten CC-Weltcup-Strecke von Offenburg, also über Wurzeln, kleine Rampen, Tables, steile Downhills, Anlieger, rechts-links-Baumpassagen. Holla-die-Waldfee! Ich fands ganz geil aber auch etwas ungewöhnlich für ne XC-Strecke. Zum ersten Mal habe ich auch das Rad geschultert, was mir mal besser, mal weniger gut geglückt ist :D. Hihi. Die Schulter ist jetzt halt schön ramponiert aber immerhin nicht gestürzt, also alles gut gegangen. Bin auch zum ersten Mal mit fetten Stollen an den Schuhen gefahren und zum ersten Mal mit Schlauchreifen. 

1. Runde: Attacke von Janine Schneider, die BaWü-Meisterin wird! Glückwunsch! Foto: ©Susanne Hoffmann

Vorne fette Stollen und heute mal wieder pinke Socken ;). Danke Chris!!!

Der Sonntag war kühler als gedacht und es hatte nachts geregnet. Dicke Nebelschaden entlang der Autobahn Richtung Offenburg. Mein Gefühl war semi gut. Ich hatte dooferweise am Freitag ziemlich dicke Beine vom Treppentraining und den Fightclub-Powerdrills am Mittwoch. War wohl bissel zu viel....


Start-/ Zieldurchfahrt

Vorm Start gab's mal wieder deutschen Bürokratismus vom Feinsten: erstmal nen Anschiss kassiert, weil wir auf der Strecke waren (10 Min vor Start) und wohl noch einer unterwegs war. SORRY! Dann wurde jeder aufgerufen. Erst die Junioren, dann Master 2, dann Frauen und dann U23. Bei jedem wurde die Reifendicke gemessen und wehe der Schieber ging nicht 1a drüber. Da war mit dem Herrn nicht zu spaßen. Ich verstehe es ja auf der einen Seite aber das geht doch auch mit guter Laune und bissel Spaß oder? Also die Stimmung so wie das Wetter. 


Irgendwas rutscht immer: heute mal die Armlinge :-))

Startschuss im Pulk. Wildes Gerangel und Stau bei den ersten Wurzeln. Ich kam gut durch, lag an 2. Position hinter Äggy, bis mich an der fiesesten Rampe des Rennens Janine Schneider attackierte und an mir vorbeizog. Oben bei den Schikanen kam sie deutlich besser durch, da fehlt mir halt echt noch bissel Technik und Erfahrung und so zogen die beiden von dannen. 

In Runde 3 bekam ich irgendwie sau schlecht Luft und fuhr extrem storno und unkontrolliert durch die Gegend. Machte Fehler, musste bremsen und an der dicken Wurzel am Hang auch noch absteigen, weil das Hinterrad durchdrehte. Leider kostete mich das alles viel Zeit und ich musste rausnehmen aber lag weiterhin an Position 3. 

Das hat mir auch den Stecker gezogen....



Zu Beginn hieß es 4 Runden. Wäre es so gewesen, wäre der Podiumsplatz sicher gewesen aber leider musste ich noch eine fahren und in der letzten Runde kam die Attacke von Lydia Bernhard. Ich konnte nicht dranbleiben. Es war einfach keine Kraft mehr da und mir fehlte auch ein wenig die Stimmung bei dem Ganzen. Leider waren kaum Leute an der Strecke. Schade irgendwie.

Nächste Woche werden die Stollen wieder eingesetzt, allerdings dieses Mal beim Fussball!! Der MTB Soccer Cup , organisiert von Simon Stiebjahn und Markus Bauer steht auf dem Plan. Wir starten als MTB Soccer Girls. Vorbeikommen lohnt sich, denn das Ganze dient einem sozialen Zweck! Hier zu einem Bericht von acrossthecountry.